#115: Von aussen, von innen – Leben im Berner Plattenbau

Shownotes

Mitte der 1960er Jahre wurde im äussersten Westen Berns die Wohnsiedlung Gäbelbach gebaut. Drei riesige Blöcke in Grünlage, 866 Wohnungen. Die WOZ hat die heutigen Bewohner:innen über Monate besucht. Ist der Gäbelbach ein Modell mit Zukunft?

WOZ – Die Wochenzeitung

wobei 4/26: Mein Block – Alltag in der Grosswohnsiedlung

Wie sind Sie aufgewachsen, liebe Leser:innen? In einem Einfamilienhaus auf dem Land oder in der Agglo, in einer Altbauwohnung in der Stadt, in einem Mehrfamilienhaus, in einer grossen Wohnsiedlung vielleicht? Wie war das für Sie? Und wie hat dieser Ort Ihren Lebensweg beeinflusst? Die Autorinnen dieses Hefts haben unterschiedliche Antworten auf diese Fragen, sind sie doch alle anders aufgewachsen: in einer Wohnung im Stadtzentrum, in Häusern und Wohnungen auf dem Dorf – oder eben in einem grossen Block.

Von Alice Galizia, My Hang Thai, Ayse Turcan und Daria Wild

Domenico Angelone: Schereneffekte auf der Sekundarstufe I? Zum Einfluss des Schultyps auf den Leistungszuwachs in Deutsch und Mathematik

Eveline Althaus: SOZIALRAUM HOCHHAUS Nachbarschaft und Wohnalltag in Schweizer Grosswohnbauten

Swissinfo.ch: «Hochhäuser sind umweltbelastender»

Kürzlich publizierten wir einen Artikel darüber, warum in der Schweiz kaum in die Höhe gebaut wird. Der Architekt Horst Eisterer beklagt hingegen einen regelrechten Hochhaus-Wildwuchs. Insbesondere in der Stadt Zürich gebe es eine irrationale Vorliebe, ja Besessenheit für Dichte und Hochhäuser.

Vimeo: Hochhäuser eignen sich nicht zur Verdichtung

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Transkript anzeigen

00:00:02:

00:00:04: Es kombinieren Dominik Duseck und Elvira Isenring.

00:00:12: Die

00:00:25: Nachkriegsjahre waren geprägt von wirtschaftlichem Aufschwung, in den Städten- und Ballonstentren führte das zu enormer Bevölkerungszuwachs – und damit zu einem großen Wohnbedarf!

00:00:36: in den oberen Räumen.

00:00:39: Die Antwort darauf lautete damals Groß von Siedlung.

00:00:43: In Frankreich ließ der Staat Hochhaussiedlungen errichten, sogenannte Sites, in den Bolius der größeren Städte.

00:00:50: Gedacht waren sie ursprünglich für gering qualifizierte Industriearbeiter die dort für die damalige Zeit komfortablen Wohnraum fanden.

00:00:58: Doch bald strömten auch die einheimische Lampbevölkerung und Migrantinnen aus Frankreichskolonien in die industriellen Ballungsräume allen voran nach Paris.

00:01:07: Heute verbindet man Boniös, vor allem mit gesellschaftlicher Misere.

00:01:10: Mit Jugendunruhen, Gewalt und Arbeitslosigkeit!

00:01:14: In Deutschland kennt man Vergleichbares, die Plattenbau-Siedlungen.

00:01:18: Auch dort reichen die klassischen Bauförderprogramme in den Nachkriegsjahren nicht mehr aus um Wiederaufbau und starkes Bevölkerungswachstum zu bewältigen.

00:01:27: Seit den siebzehn Jahren wurde der Begriff Plattenbaum in Westdeutschland umgangssprachlich oft abwertend für Großfondsiedlungen verwendet.

00:01:35: In der DDR hingegen sprach man eher von Neubau Und heute findet man dort eine Ballonsoziale Probleme wie Arbeitslosigkeit und Armut?

00:01:44: Es kommt darauf an.

00:01:45: Davon betroffen sind vor allem jene in ostdeutschen Städten, die nach der Wende wirtschaftlich abgehängt wurden.

00:01:52: Auch in der Schweiz entstanden in dieser Zeit große Wohnbauprojekte – am bekanntesten Lelynyun Genf das Telli in Aarau und das Czarnoghüt in Bern.

00:02:02: Wie sieht diese Situation heute aus?

00:02:05: Heute leben wir zwar nicht mehr in Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs, zumindest nicht – in Westeuropa.

00:02:10: Aber auch heute herrscht in den Städten große Wohnungsnoten!

00:02:13: In unserer Doppelfolge zur Zürcher Grundbuchrecherche «Leben im Finanzprodukt» haben wir uns mit der Wohnkrise in Zürich befasst.

00:02:21: Heute richten wir den Blick auf Bern und stellen uns die Frage, wären Großwohnbarprojekte wie Damals auch heute eine sinnvolle Antwort auf die aktuelle Wohnungsnote?

00:02:31: Genau dieser Frage sind vier Wurzautorinnen nachgegangen.

00:02:35: Sie haben sich eine Großsiedlung in Bern aus der Nähe angeschaut, die Hochhaussiedlung Gäbelbach.

00:02:40: Sie hatten mit Bewohnern gesprochen und ExpertInnen beigezogen.

00:02:45: Wie lebt es sich an diesem Ort?

00:02:46: Wie gut funktioniert er?

00:02:48: Sind solche Siedlungen Hotspots von sozialen Missständen, Jugendgewalt und Tristes oder handelt es sich um unbegründete Vorurteile?

00:02:57: Bei uns zu Gast ist einer der Autorinnen Alicja Galicia.

00:03:00: Dominik hat mit

00:03:05: ihr gesprochen.

00:03:29: Uns hat einerseits interessiert, weil wir uns im Moment halt in eine Zeit befinden wo günstiger Wohnraum ein riesiges Thema ist.

00:03:37: Also der fehlende günstige Wohnraum.

00:03:39: und der Gebelbach ist die erste Plattenbausiedlung Bens, die ab unzehntfünfundsechzig erbaut wurde auch in einer Zeit wo es viel an günstigem Wohnraum gefehlt hat in Bern.

00:03:52: Und uns hat einerseits die Frage interessiert Ob das ein Modell für die Zukunft sein könnte, also ob es wieder so gebaut werden könnte wie es da ist zu wohnen.

00:04:03: Also uns wirklich auch mit dem Alltag der Leute dort auseinanderzusetzen.

00:04:07: und dann ist es auch so dass eine, die jetzt mitgeschrieben hat und das Mitkonzipiertakt tatsächlich in Bethlehem aufgewachsen ist nicht in diesem Block aber in der Nähe davon und sich aus diesem Grund eigentlich dafür interessiert hat.

00:04:22: Wie hat mich das geprägt?

00:04:26: Wie habe ich das später dann irgendwie auch beeinflusst, wie ich auf die Welt sehe so.

00:04:31: Und dann dachten wir ja, dann gehen wir halt dort hin und fragen die Leute, wie sie die Welt sind.

00:04:36: Also ich bin selbst auch in Bern aufgewachsen aber an einem ganz anderen Ort um zu merken bekommen beide aus der gleichen Stadt haben fast einen gleichen Jahrgang aber hatten uns da ganz anderes irgendwie zurechtfinden müssen.

00:04:49: also es hat auf jeden Fall viele Gespräche irgendwie aufgebracht Sicher auch Erinnerungen.

00:04:55: Es sind drei Blogs, sehr viele Einzelhaushalte, sehr viel Menschen wohnen dort.

00:04:59: Wie seid ihr denn vorgegangen beim Finden der Leute mit denen ihr gesprochen habt?

00:05:03: Ist das irgendwie offizielle Kanäle gelaufen?

00:05:06: Einige Sachen kann man dem Heft ja auch entnehmen und sind auch zufällig passiert wie er dort war.

00:05:10: Wie seht ihr da vorgegangene?

00:05:12: Also genau, es sind achthundertsechzig Wohnanheiten also wirklich sehr viele Auf unterschiedlichen Wegen, also einerseits Mihang Tai, die dort aufgewachsen ist, hat auch noch Leute gekannt.

00:05:25: Und wir konnten dann über solche Kontakte auch Leute finden und ansprechen.

00:05:30: Dann sind wir so über einen Kontakt mit der Gartengruppe gegangen.

00:05:35: Mit der haben wir uns als erstes getroffen und von da aus ging eigentlich recht viel.

00:05:41: Per Zufall ist wirklich auch viel passiert.

00:05:44: Vielleicht mit dieser Gartengruppe ist noch interessant so, wie kommt man an verschiedene Leute ran.

00:05:49: in der Gartengruppe?

00:05:50: Und auch in anderen Gruppen, wo sich Leute organisieren sind vor allem viele ältere Leute dabei.

00:05:56: Viele Schweizerinnen und es gibt ja auch einen sehr hohen internationalen Anteil sag ich jetzt mal im Gebelbach.

00:06:03: und dort haben wir ganz am Anfang schon gemerkt okay das ist nicht unbedingt so durchmischt.

00:06:08: also diese Gruppen sind nicht unbedingt zu durchmischen.

00:06:10: beim der Garten-Gruppe jetzt noch am ehesten.

00:06:13: Und da mussten wir uns dann schon überlegen, wie machen wir das?

00:06:15: Dass wir nicht nur mit Leuten reden die über sechzig sind und in der Schweiz geboren sind.

00:06:22: Also die Gartengruppe gibt es so eine Zäme-Essen-Gruppe Die sogenannten Hühner, die dann immer Paella machen und Raklet und so.

00:06:31: Dort ist es schon nicht sehr durchmischt und das sind aber auch viele Leute, die Erstbezüger ihnen sind.

00:06:37: Und da müssen wir ein bisschen herausfinden, wie können wir auch an andere herankommen.

00:06:42: Und das ging dann zum Beispiel über die Kindertagesstätte, wo es in der Durchmischung natürlich sehr groß ist oder eben auch über jüngere Leute und per Zufall.

00:06:52: Über Gespräche einfach vor Ort.

00:06:54: Wie viel Zeit habt ihr denn dort verbracht insgesamt?

00:06:57: Wir haben im März angefangen und bis im Juni geschrieben und sind in dieser Zeit immer wieder gegangen wie waren ja zuviel Das ist schwierig zu sagen, aber ich glaube insgesamt sicher über eine Woche so.

00:07:11: Wo wir wirklich dort waren ja...

00:07:13: Du hast dann ein Gefühl seit sie dort aufgefallen?

00:07:15: Also ich nehme mal an und ich stelle mir vor es hat auch eine Fotografin dann Fotos gemacht dort.

00:07:20: die fällt wahrscheinlich auf.

00:07:21: Aber eigentlich wenn man dort nur so rum geht oder mit dem spricht man das sieht man nicht dass ihr Journalist innen seid.

00:07:28: Ja aber man sieht natürlich dass wir nicht von dort sind.

00:07:30: Es gibt dort so ein Ladenzentrum, und als ich dort zweimal beim Coiffeur durchgelaufen war, hat er mich schon angesprochen.

00:07:38: Und gefragt, was ich hier mache?

00:07:40: Das war auch interessant zu sehen, weil die paar Leute, die wir von der Gartengruppe gekannt haben, schon ganz von Anfang an ... Die hatten man dann auch jedes Mal gesehen!

00:07:48: Und die haben uns auch immer gewinnt und gegrüßt.

00:07:52: Man ist aufgefallen und war dann aber schon fast ein bisschen drin.

00:07:56: Was euch einige von den Bewohnern gesagt haben wenn sie gefragt hat, wie es für Sie ist da zu wohnen und ob Sie das mögen usw.

00:08:02: Viele haben gesagt, dass sie grünlage und die Ruhe sind eigentlich beide Sachen, die wir jetzt im ersten Moment vielleicht nicht mit zur Plattenbaussiedlung in Verbindung bringen können.

00:08:12: Kannst du kurz so beschreiben, wie diese Siedlung liegt?

00:08:15: Und wie die Atmosphäre dort ist?

00:08:18: Also sie legt wirklich ganz am Rand von Ben, ganz im Westen wo es bis zum Jahr zwei Tausendzehn auch noch kein Tram hingab nur so einen Bus.

00:08:27: Dann kommt eigentlich gleich der Wald- und Landwirtschaftsbetriebe.

00:08:32: Der Gäppelbach ist da auch...

00:08:35: Der fließt noch offen, tatsächlich wie ein Bach.

00:08:36: Der fliegt

00:08:37: offen da unten durch.

00:08:38: Ja es ist wirklich extrem schön!

00:08:40: Sie sagen das alle, dass sie das lieben dort und es ist also wirklich unglaublich schön.

00:08:44: Man muss sich auch vorstellen, dass in den Sechzigern, wo das gebaut wurde rund um wirklich nur Felder waren.

00:08:49: Das ist jetzt heute nicht mehr so.

00:08:51: Jetzt ist es langsam erschlossen worden.

00:08:54: Gleich nebenan in den Achtzigern ist der Hollenacker gebaut worden und auf der anderen Seite jetzt das Westside-Zentrum also ein Einkaufszentrum und so ein Quartier, das hierherum gebaut wurde.

00:09:04: Nach Westen ist immer noch viel grün.

00:09:07: Und der Gäbelbach, das sind drei Scheibenhochhäuser.

00:09:12: Die so ein bisschen am Hang liegen in einem Wiese und die Dreizehn bis Sechzehn Stockwerke haben.

00:09:20: Ich fand immer sie sehen ein bisschen wie Kreuzfahrtsschiffe aus Und verbunden sind sie so durch ein Gemeinschaftszentrum.

00:09:28: Früher war da eine Ladenpassage drin, also jetzt gibt es immer noch Einkaufsmöglichkeiten.

00:09:33: aber das ist so seit der Lidl.

00:09:35: dort sind die Blöcke ein bisschen voneinander abgeschnitten.

00:09:39: Da ist eigentlich bald schon von Anfang an verfolge gesehen, weil das da Läden reinkommen und dann mit einem Supermarkt drinnen.

00:09:46: Also von Anfang

00:09:47: auf vielleicht?

00:09:48: Genau!

00:09:48: Ist das vorgesehen?

00:09:49: Wollt ihr es vorgesehnen dass da einerseits Einkaufsmöglichkeiten drin sind Aber auch im Gemeinschaftsräumen eine Werkstatt, eine Kita.

00:09:57: Ein Saal in dem man festefallen kann... ...ein Hallenbad gibt es auch.

00:10:01: Also das war wirklich so die Idee, dass man eigentlich wenn man da wohnt alles direkt vor der Haustür hat.

00:10:08: Und ist das denn dann mit Schulen?

00:10:10: Wie ist das?

00:10:11: Die Schule ist nicht im Geberbach selber aber ziemlich in der Nähe.

00:10:16: also das ist wirklich alles sehr gut erschlossen.

00:10:20: Es hat sich auch ein bisschen verändert, weil natürlich eben als das gebaut wurde, hat man es mit Blick auf ... Man muss so sagen Hausfrauen gemacht.

00:10:28: Weil bei diesen Familien so aufgeteilt war, dass die Frauen zu Hause waren und man denen ermöglichen wollte, dass sie wirklich direkt vor der Haustür einkaufen können.

00:10:38: Dass man das Leben eigentlich in recht kleinen Radios erledigen kann.

00:10:43: Und heute ist halt, weil der Ort viel besser erschlossen ist, auch mit ÖV weil sich auch das verändert hat, wie sich die Leute das Leben einrichten.

00:10:53: Sind diese Läden und Gemeinschaftszentren ein bisschen weniger wichtig geworden?

00:10:57: Aber ja, erschlossen ist es eigentlich wirklich sehr gut!

00:11:00: Du hast gesagt, dass war der erste große solche Siedlung, den Bären gebaut worden ist – da ganz im Westen der Stadt.

00:11:06: Und jetzt kommt doch im Heft vor, dass dieser Westen eines der Zentren ist für Wohnverdichtungen.

00:11:12: Bärn Wenn du aus Bern bist, wie was hat der Westen in Bern für einen Ruf?

00:11:16: Betlehem ist vielleicht besonders.

00:11:20: Also ich glaube es gibt schon diesen Ruf von Bömblitz und Betleheme oder vor allem von Betlehemen dass das genannte Ghetto ist.

00:11:28: in Anführungs- und Schlussstrichen Als ich jetzt klein war so in den neunzig Nullerjahren hat man schon... also man ist da auch nicht hin.

00:11:37: Man hatte schon so den Eindruck von ja eben dass es ein bisschen hart ist bla bla bla.

00:11:42: Aber ehrlich gesagt, wenn man da hingeht... Also es fühlt sich halt überhaupt nicht so an.

00:11:46: Es ist auch extrem durchmischt.

00:11:48: Es gibt auch architektonisch irgendwie alles Mögliche.

00:11:52: Es gibts auch Chales.

00:11:53: Also es ist echt eine recht interessante Mischung und natürlich stimmt das eben mit dem Höhenausländer in den Amtteil auch dass es da Quartiere gibt wo wirklich das Einkommen sehr tief ist.

00:12:08: Das von den Schulen her weniger Säküberträte gibt als anderswo in der Stadt.

00:12:15: Da müsste man darüber reden, was das strukturell bedeutet und warum es so ist.

00:12:19: Es hat dann auch mit Fördermöglichkeiten zu tun.

00:12:23: Aber das hat sich schon verändert, finde ich.

00:12:27: Der Ruf ist nicht mehr der gleiche wie in den Neunzigern.

00:12:31: Das haben die Leute jetzt hier zum Teil gesagt, dass sie früher oft konfrontiert waren mit diesem Getto-Vorurteil aber ... Sieht selbst damit irgendwie nie wirklich etwas anfangen konnten, aber dass sie das heute auch nicht mehr so hören.

00:12:46: Da kann doch etwas nicht stimmen!

00:12:48: Wir sind ja hier nicht wenige intelligent.

00:12:50: Zitieren die vier Wurzautorinnen eine Anwohnerin.

00:12:54: Tatsächlich lag der Anteil der SchülerInnen in Bethlehem, die nach der Primare in die Sekundarschule eintraten im Jahr zwartausendvierundzwanzig bei forty-one Prozent und damit sechsundzwantzig Prozentpunkte unter dem städtischen Durchschnitt.

00:13:09: Aus der Forschung ist bekannt, dass Schülerinnen mit vergleichbaren Ausgangsvoraussetzungen je nach Schultyp unterschiedliche Lernzuwechse erzielen.

00:13:17: Wer früh einem tieferen Schultyp zugeteilt wird, gerät zunehmend ins Hintertreffen.

00:13:23: Kleine Anfangsunterschiede wachsen sich so zu großen Disparitäten aus.

00:13:28: Leistungsdisparitäten vergrößern sich also durch die Schulstruktur selbst, bestätigt etwa die Forschung von Domenico Angelone zu diesen scheren Effekten auf der Sekundarstufe I. Dümmer sind die Leute im Gebelbach ganz sicher nicht aber soziale Herkunft und institutionell strukturierte Bildungswege prägen die spätere Ungleichheit mit Und diese Herkünftesunterschiede konzentrieren sich eben in bestimmten Quartieren wie dem Gebelbach.

00:13:55: Die Sozialanthropologin Eveline Althaus, mit der die vier Wurzautorinnen gesprochen haben, bezieht sich in ihrer Forschungsarbeit – Sozialrahmen Hochhaus auf Pierre Bourdieu.

00:14:05: Er gilt als einer der einflussreichsten französischen Soziologen und hat sich intensiv mit der Frage beschäftigt wie soziale Ungleichheit durch Umfeld und Bildung entsteht und weitergegeben wird.

00:14:17: Sie schreibt Einen der Segregationsforschung theoretisch fundierenden Beitrag hat Pierre Bourdieu geleistet.

00:14:24: Der Segregation als Ergebnis von symbolischen und sozialen Kämpfen in einer Stadt versteht.

00:14:30: Ausgangslage von Bourdieus Analyse ist die ungleiche Verteilung von Macht- und Ressourcen im sozialen Raum, er betont dass die wesentlichen lokalen Unterschiede in eine Stadt nicht auf geografische Bestimmungsfaktoren sondern auch Kapitalunterschiede zurückzuführen sind.

00:14:47: Nur logisch also, dass nicht die Hochhaussiedlung als Bauform die Bildungs- und Aufstiegschancen von Menschen bestimmt sondern die soziale Mischung Stigmatisierung Netzwerke und Kapitalausstattung ihrer Bewohnerinnen.

00:15:01: Drei junge Männer Anfangs zwanzig erzählen im Wobeitext, dass sie neunzig Jahr über hundert Bewerbungen verschickt haben bis sie eine Lehrstelle fanden.

00:15:09: Die Stigmatisierung von außen scheint unbestritten zu sein doch wie gehen Sie selber damit um?

00:15:17: Ich will mal sagen, Menschen die damit oft gut was anfangen können, wenn die gehen wo sie wohnen als Keto bezeichnet wird sind ja junge Leute.

00:15:24: Die sich das dann so stolz auf die Fahnen schreiben und ihr habt es auch euch mit so Hip-Hop-Jungen zu Typen getroffen.

00:15:32: ist das bei denen so?

00:15:34: Sind die Stolz auf dem vielleicht immer noch ein bisschen harten Ruf von der Gegend aus da kommen

00:15:39: also stolz.

00:15:40: Ja ich weiß gar nicht Sie haben halt alle eine krasse Verbundenheit zu da wo sie aufgewachsen sind.

00:15:48: Sie sagen das ja auch, sie würden nie woanders wohnen oder vielleicht in Niederwangen

00:15:54: was

00:15:55: wirklich direkt nebenan liegt aber halt ein bisschen ländlicher ist so und dass ja das kann ich jetzt nicht so gut einschätzen ob das jetzt auch etwas tun damit hat mit dieser hätt ich glaube schon sehr viel von außen zugeschrieben.

00:16:07: wird man dann eigentlich auch gut damit fahren kann, wenn man das halt auch ein Stück weit annimmt und halt findet ja.

00:16:15: Aber sie haben das eher abgewiegelt, hatte ich jetzt so den Eindruck.

00:16:19: Und was Sie halt auch erzählen ist... Also ich bin eben auch im Ben aufgewachsen aber in der Lengasse, was schon ein sehr viel behüteteres akademischeres Quartier auch schon war als ich klein war.

00:16:32: also was Sie erzählen?

00:16:32: es dass sie einfach immer von der Polizei kontrolliert wurden Und das ist uns halt nie passiert.

00:16:39: Sie kannten die Polizistinnen mit Namen, sie ... Das war einfach normal und Realität für sie.

00:16:45: Als wir dann gesagt haben, dass es nicht normal ist in anderen Quartieren, war das für sie so okay?

00:16:51: Keine Ahnung wie's anders

00:16:53: war.

00:16:53: Es

00:16:54: ist eine andere Realität, die auch damit zu tun hat, dass sie eine Migrationsgeschichte haben.

00:17:01: Viel mehr Leute haben eine Migration, wie es eben in der Längasse vielleicht weniger ist.

00:17:06: Und wenn du sagst, die Jungen identifizieren sich stark mit diesen Blöcken und dem Gäbelbach.

00:17:11: Wie sind das bei den Älteren dann?

00:17:13: Und auch weil diese Leute ein bisschen vereinsmäßig organisiert sind.

00:17:16: Also mindestens eine... Ich glaube es ist einer von denen der sich aktiv angesprochen hat, die er da porträtiert im Heft.

00:17:23: Die wohnt noch nicht zu lange dort und die ist ja wahnsinnig zufrieden anscheinend!

00:17:26: Ja genau, sie ist zugezogen vor nicht allzu langer Zeit.

00:17:31: Und ja, die war wirklich sehr unzufrieden.

00:17:33: tatsächlich auch unzufrieden wegen der vielen AusländerInnen.

00:17:38: Aber ansonsten, also bei den Eltern ist es vor allem auch so dass sehr viele einfach schon seit ihrer Geburt oder als Erstbezügerinnen dort wohnen, die eine, die wir kennengelernt haben, ihren Vater... hat den Gäbelbach als Kranführer mitgebaut, er hat dann direkt so eine Wohnung bekommen und sie lebt seitdem dort.

00:18:01: Also es ist schon auch eine krasse Verbundenheit.

00:18:04: Wenn du ein Lenkass aufgewachsen bist ... Was ich so kenne?

00:18:08: Würde ich annehmen in der Lenkasse unter Jugendlichen, dann gibt's Knistersprüche wie hey, hier Lenkas super geil und so.

00:18:14: Wie ich mir jetzt vorstelle dass es dort gibt.

00:18:16: Es

00:18:16: gibt natürlich schon da auch!

00:18:19: Das gibt es überall, aber ich glaube, das ist wahrscheinlich tiefer drin.

00:18:22: Je mehr man im Westen isst!

00:18:25: Aber es gibt schon auch die Poslitzahl von der Lengasse.

00:18:31: Aber sie sind auch ein bisschen lächerlich...

00:18:36: Wie viel kosten denn im Gebelbach im Durchschnitt die Wohnungen und wird sich das entwickelt seit gebaut wordener Mitte Ende sechziger Jahre?

00:18:43: Also es ist wirklich immer noch sehr günstig da zu wohnen.

00:18:46: Es ist so ein bisschen unterschiedlich, weil das sind ja drei Blöcke A-, B- und C- und die haben unterschiedliche Bauherrschaften.

00:18:52: Der A-Block wurde schon saniert, beim B-Bock steht das an, beim Z-Block wird das auch... also es ist so etwas offen.

00:19:01: im B-Blok dort wo wir die meisten Leute Interviews haben kostet eine dreieinhalb Zimmerwohnung immer noch im Schnitt um die siebenhundert Franken.

00:19:11: Und im A-Block ist seit der Sanierung, sind die Mieten schon gestiegen.

00:19:17: Aber eine dreieinhalb Zimmerwohnung kostet dort halt immer noch etwas mehr als tausend Franken.

00:19:22: also es ist im städtischen und auch im schweizweiten Vergleich immer noch wenig.

00:19:27: Also ja wenn man wirklich wenig Geld hat trotzdem ein Problem und das ist halt auch ein bisschen offen was jetzt passiert wenn die anderen Blöcke saniert werden.

00:19:36: Aber ich gehe schon auch davon aus, weil es doch eine sehr wichtige Siedlung ist.

00:19:41: Dass man versuchen wird so sanft zu sanieren und dass man dort einigermaßen auf einem relativ tiefen Niveau bleiben kann.

00:19:49: Habt ihr auch in Lacken gesprochen die da im A-Block wohnen aber schon saniert wurde?

00:19:54: Habt ihr irgendwas herausgehört, wie jetzt deren Haltung ist zu dieser Sanierung?

00:19:58: Sind sie sauer das jetzt mehr kostet oder finden Sie es eher gut dass da vielleicht weniger Risse in der Fassade sind und ich weiß nicht was man alles gemacht hat?

00:20:05: Also manche sind weggezogen.

00:20:07: mit denen haben wir nicht gesprochen.

00:20:09: Die sind weg gezogen weil sie die höhere Mitte nicht bezahlen konnten oder wollten.

00:20:14: Das kann ich so nicht beantworten, ich weiß es nicht.

00:20:17: Was schon so ist im B-Block... Der Aufruf ist schon sehr groß, weil man nicht genau weiß was passieren wird und die Leute auch nicht wissen ob sie vielleicht ausziehen müssen dann wieder einziehen.

00:20:30: Und da haben schon einige gesagt wenn Sie das müssen gehen Sie weg.

00:20:33: Ich habe es nicht nur vor allem aber mit Leuten gesprochen die dort wohnen in diesen drei Blöcken sondern auch mit ExpertInnen zum Beispiel mit dem Architektur Historiker Raphael Solberger und der hat über die Zeit gesagt wo diese Blöcke gebaut wurden.

00:20:48: Es war klar darum, weil man günstigen Wohnraum gebraucht hat.

00:20:51: Aber diese drei verschiedenen Bauherren der drei verschiedenen Blöcke hätten den sozialen Gedanken in hyperkapitalistischer Weise durchgespielt oder das ausgedrückt.

00:21:01: Was würdest du denn sagen?

00:21:02: Sind das Sozialbauten sind das Bauten die vor allem dazu da sind damit die Bauherrin relativ easy jetzt wo es gebaut ist und alles fertig und alles fünfzig Jahre alt relativ leicht Geld verdienen können.

00:21:13: damit

00:21:13: Also so wie man es damals gebaut hat, das hat schon auch viel zu tun mit Hans und Gret Reinhardt und mit Edward Helfer.

00:21:20: Das sind die Architekteinnen, die das gebaut haben, die auch in der SP waren, die natürlich günstigen Wohnraum schaffen wollten und deswegen auch so hochgebaut haben und deswegen sich für diesen Plattenbau entschieden haben und so diese günstige Wohnungen ermöglichen konnte und gleichzeitig eben auf günstig bauen auch bedeutet hat, man konnte recht easy recht viel Geld dann auch damit verdienen.

00:21:46: Also es war... Es wird nicht wahnsinnig viel gemacht.

00:21:49: jetzt stehen diese Sanierungen an wo man sich hier etwas machen muss und etwas Geld in die Hand nehmen muss Aber das ist trotzdem halt immer noch recht viel Geld, dass einfach reinkommt.

00:22:01: Man muss jetzt nicht den Eindruck haben, dass diese Eigentümer in extrem sozialen Gedanken zuvor das haben.

00:22:09: natürlich sind.

00:22:10: also machen die das auch wegen des Geldes?

00:22:12: Wenn du gesagt hast, du gehst davon aus, dass auch bei dem B-Block da jetzt nicht Luxus saniert wird oder so irgendwas.

00:22:17: Es war trotzdem so, es ist alles völlig im Privatbesitz.

00:22:20: Also es ist nichts was die Stadt da ein Einfluss nehmen kann und sagen kann, das ist für unser Politik so und so wichtig?

00:22:27: Nein, die Stadt hat dort keinen Einfluss in dem Sinn.

00:22:31: Wie ist es denn überhaupt?

00:22:32: In welchem Zustand sind denn das die Gebäude, die noch nicht saniert sind?

00:22:35: Sind sie von den Bauern gut in Stand gehalten worden?

00:22:39: Man kann sich auch fragen wie schaut's energietechnisch aus?

00:22:41: oder Ende der sechziger Jahre war es vermutlich keine Zeit wo hier nach Minergiestandard oder irgend sowas ähnlichem gebaut wurde.

00:22:48: Natürlich würde man das jetzt heute anders bauen.

00:22:52: Die Gebäude sind eigentlich recht in Ordnung.

00:22:55: Man hat zum Teil es auch wirklich sehr sanft sanieren können, wie es mir zum Beispiel auch Raffael Solberg gesagt hat.

00:23:04: also das allerschlimmste wäre eigentlich die abzureißen und dann neu etwas zu bauen weil dort halt mit der grauen energie die da dann verbraucht würde.

00:23:12: das wäre einfach der ökologisch größte Unsinn.

00:23:15: so

00:23:16: Was Raffael Solberger auch noch gesagt hat, dass heutzutage so hohe Anlagen mit, wie waren es dreizehn Stöcken?

00:23:23: Auch

00:23:24: fast nicht mehr gebaut werden in der Schweiz und eher niedriger vier fünf Stöcke.

00:23:28: Das wäre dann viel, viel schwieriger bis unmöglich, richtig kostengünstigen Monoram anzubieten in solchen modernen Anlagen.

00:23:35: Hat er gesagt, liegt das an den Bodenpreisen oder den Vorschriften oder an den Investoren die diese Anlagen neu bauen?

00:23:42: Das hat jetzt mit dieser neuen Siedlung beim Westside-Einkaufszentrum zu tun.

00:23:48: Also das liegt zwischen dem Westside und dem Gäbelbach, dort wollte man eigentlich auch eine Hochhaussiedlung bauen.

00:23:55: In den ersten Mal in Bern hat man gegen so eine große Überbauung gestimmt.

00:24:01: was wahrscheinlich, also Raffael Solberg vermutet und ich finde es eigentlich recht einleuchtend mit der neoliberalen Zeit damals zu tun hat.

00:24:10: Also dass man langsam irgendwie ein schlechtes Gefühl hatte, sozial halb etwas zu bauen.

00:24:17: Und deswegen musste das dann verworschen werden und neu geplant.

00:24:21: Dann hat man diese vier bis fünfstöckigen maximal Höhen festgelegt.

00:24:28: Also er hat dort wirklich dazu gefühlt, dass das Quartier erstens sehr teuer ist.

00:24:32: Er lebt dann halt tendenziell viele Experts und man kann da mal auch durchspazieren.

00:24:37: es ist wirklich wirklich schlimm also überhaupt kein Quartiereben oder so wie's gleich nebenan doch noch ist.

00:24:45: aber es ist schon so, dass man auch daraus gelernt hat.

00:24:48: Es wird ja in Bern jetzt mit dieser Innenverdichtungsstrategie gerade in Bethlehemm auch viel geplant Und so etwas wird wahrscheinlich jetzt auf diese Art tatsächlich nicht mehr passieren.

00:25:02: Wie es so weitergeht mit wirklich Hochhäusern, da waren alle so ein bisschen zögerlich sagen wir jetzt mal weil viele schon sagen das ist eigentlich eine Zukunft hätte gerade angesichts dessen, dass wir jetzt auch wieder dieses riesige Problem haben mit fehlendem günstigen Wohnraum.

00:25:21: Aber das ist wahrscheinlich schon noch so ein Ruckbrauch, ein paar Jahre bis man wieder zum Beispiel genossenschaftlich baut, dass dort dann wirklich Leute leben können die nicht viel Geld haben.

00:25:31: Und dann diese Leute auch ihre Theorien darüber warum das so ist und warum es diesen Ruck jetzt braucht?

00:25:38: Weil ist das ein Imageproblem von solchen vergleichsweise gigantischen Siedlungen und Bauten.

00:25:46: Und zu welchem Schlusssatz ihr gekommen hattest?

00:25:47: Du hast gesagt, am Anfang habt ihr euch die Frage auch gestellt, wäre das was wieder so zu bauen?

00:25:52: jetzt für die jetzige Situation zu welchen Schlusssatzer da gekommen?

00:25:55: Ich würde mal sagen also was sicher dazu gehört ist dass diese Siedlungen vor allem diese Block-Siedlungen lange wirklich einen schlechten Ruf hatten dass man am Anfang so gedacht hat, ah ja diese Kaninchen-Stelle da kann man doch nicht drin wohnen.

00:26:10: So nah auf einem Amtel und so weiter und das sie es dann erst als Sie dort waren gemerkt haben, dass das gar nicht so ist, dass auch sehr ruhig ist zum Beispiel da zu wohn'n.

00:26:20: also Raphael Solberg zum Beispiel erzählt dann halt auch, dass etwas ist was wahrscheinlich schon in den letzten zehn, fünfzehn Jahren sich auch verändert hat Das auch wieder gefällt, dass sie eine Faszination haben für diese Art von Bauern.

00:26:36: Evelyn Althaus mit der wir auch gesprochen haben ist eine Sozialanthropologin die auch viel zu einem Großwohnbau geforscht hat.

00:26:44: Sie sagt, sie hat eher nicht das Gefühl, dass so wieder gebaut wird.

00:26:49: Ich würde jetzt schon einschätzen, dass es sicher nicht soweit kommt, dass man diese Siedlungen abreißt und die Idee somit gerade mit diesem Gemeinschaftszentrum, dass dort wirklich sehr viele Leute wohnen die eigentlich kaum Probleme miteinander haben.

00:27:04: Was ja wirklich unglaublich ist und wenn man jetzt auch darauf blickt wie das damals entstanden wird vielleicht sich auch überlegen kann was braucht es für politische Voraussetzungen dafür?

00:27:16: also wie kann eine Stadt zum Beispiel auch Leitplanken legen die dazu führen können dass es attraktiv ist so zu bauen als Bauherrschaft?

00:27:26: Ich glaube schon, dass es möglich ist.

00:27:28: Man muss das halt

00:27:29: wollen.".

00:27:31: Die Innen- und Außenperspektiven vom Leben im Gerdbach klaffen weit auseinander.

00:27:37: Die gesellschaftlichen Probleme solcher Hochhaussiedlungen oder besser gesagt die allfälligen Probleme haben auf alle Fälle mit der sozialen Zusammensetzung, mit der Frage nach Arbeitsplätzen, mit dem infrastruktur, dem kulturellen Leben oder einer guten Anbindung zu tun – und nicht mit der Bauform an sich!

00:27:55: Was die Ästhetik anbelangt, kann man sagen Geschmackssache.

00:27:59: Was jedoch die Nachhaltigkeit anbelankt gibt es gewisse Vorbehalte und zwar sowohl ökonomisch als auch ökologisch.

00:28:07: Der Zürcherarchitekt Horst Eisterer Vertreter der Arbeitsgruppe Städtebau & Architektur bringt das in einem Meinungsbeitrag auf Swissinfo.se.

00:28:17: Hochhäuser sind wesentlich umweltbelastender als gewöhnliche Haustellen, insbesondere wegen der bislang zu wenig berücksichtigten grauen Energie.

00:28:27: Auch das Argument durch Geschoß-Häufung ließe sich viel Freifläche gewinnen, hält er für widerlegt – die gewonnene Freifläche nehme mit steigender Geschosszahl exponentiell ab.

00:28:38: nicht zu!

00:28:39: Ein Link zu einem Erklärvideo hierzu in den Show notes.

00:28:43: und schließlich sein Hochhäusern in allen Phasen

00:28:46: Planungen

00:28:47: Bau, Betrieb, Unterhalt und Rückbau wesentlich aufwendiger und teurer als verdichteter Flachbau unter anderem wegen des größeren systembedingten Flächenbedarfs pro Bewohnerin oder Bewohner für Erschliessung, Aufzüge, Haustechnik, Statik und Brandschutz.

00:29:04: Hochhäuser sind ein politisches Konfliktthema doch innerhalb der Siedlungen selbst gibt es erstaunlich wenig Konflikte.

00:29:11: diese Beobachtungen machte die erwähnte Sozialanthropologin Eveline Althaus.

00:29:16: Sie konstatiert, dass sie in gemeinschaftlichen Wohnprojekten und Generationen wohnformen wie sie heute in vielen Städten entstehen von viel mehr und krasseren Konflikten gehört habe als in Großwohnbauten.

00:29:29: Der Grund liegt in der Optionalität von Gemeinschaft – man kann partizipieren muss aber nicht!

00:29:35: Mit diesem Fazit schließt auch das Wobei-Heft eine Lektüre die sich lohnt.

00:29:45: Es kombinierten Elvira Isenring und Dominik Dussek.

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