#118: Die Sanktionen der anderen – Blochers Neutralitätsinitiative
Shownotes
Mit wohlklingenden Slogans wie «Kein Krieg» bewirbt die SVP ihre Neutralitätsinitiative. Insbesondere Christoph Blocher, dessen Familie die Ems-Chemie gehört, engagiert sich stark. Stecken wirtschaftliche Interessen dahinter?
Die Blochers und die Neutralität: Etwas für die ganze Familie Einmal mehr möchte Christoph Blocher die Schweiz retten, diesmal vor dem Krieg. Dabei geht es bei seiner Neutralitätsinitiative vor allem ums Geschäft. Das zeigt ein Blick nach Russland und China. Von Anna Jikhareva, Sarah Schmalz und Kaspar Surber
Martullo verbietet das Wort «Krieg» SVP-Nationalrätin und Ems-Chefin Magdalena Martullo-Blocher untersagt ihren Angestellten, den Krieg in der Ukraine als solchen zu bezeichnen. Das zeigen Recherchen der WOZ. Von Renato Beck
Medienkonferenzen «Neutralitätsinitiative Nein»
Bilanz: 300 Reichste 2025 – Familie Blocher
Inside Paradeplatz: Magdalena Martullo-Blocher, die Chinesin Ihre Ems Chemie gewinnt jetzt in China Marktanteile, wenn Konkurrenten aus Angst vor den USA ihre Investitionen im Reich der Mitte zurückfahren.
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00:00:02: Hör kombiniert, Politik.
00:00:04: Es kombinieren Dominic Duseck und Elvira Isenring.
00:00:09: Heute die Sanktionen der anderen!
00:00:13: Die Worts durchleuchtet die Motive hinter der SVP Neutralitäts-Initiative
00:00:25: Eine weiße Kriegenstaube ein Olivenzweig im Schnabel.
00:00:28: dazu die Slogans kein Krieg ja zur Schweizer Neutralität.
00:00:32: Die neueste Politkampagne ist omnipräsent.
00:00:35: insbesondere wer in diesen Wochen im öffentlichen Verkehr unterwegs kommt daran kaum vorbei.
00:00:41: Abgesehen von den Farben Rot, Schwarz und Weiß verrät auf den ersten Blick kaum etwas ihre Absenderin – die SVP.
00:00:48: Seit wann interessiert sich eine Partei, die bislang konsequent für eine starke Armee, hohe Rüstungsausgaben- und lockere Waffenexportregeln eintrat?
00:00:56: Für den Frieden ist die SVB insbesondere übervater Christoph Blocher altersmilde geworden.
00:01:03: Am siebenundzwanzigsten September stimmt der stimmberechtigte Teil der Schweizer Bevölkerung über die sogenannte Neutralitätsinitiative ab.
00:01:11: Die Initiative will die Neutralität des Schweiz als immer während und bewaffnet in der Verfassung festschreiben, kein Beitritt zu Militärbündnissen, keine Beteiligung an bewaffneten Konflikten zwischen Drittstaaten und keine eigenständigen Sanktionen gegen kriegsführende Staaten.
00:01:27: Ausnahmen soll es nur für Uno-Sanktionen geben sowie für Maßnahmen gegen die Umgehung solcher Sanktion.
00:01:34: SP, Grüne, GLP, Mitte und FDP von links bis liberal sind geschlossen dagegen.
00:01:40: Die SP nennt die Initiative ProPutin-Initiative.
00:01:44: Sie verunmögliche Schweizer Sanktionen gegen Staaten, die Völkerrecht brechen.
00:01:48: Auch die Grünen sagen, die Initiative helfe Vladimir Putin.
00:01:52: Die Initiative zwingt die Schweiz, die Sanktsion gegen Russland aufzuheben.
00:01:56: Die GLP warnt wiederum vor einer starren rückwärtsgewandten Neutralitätsdefinition, die den außenpolitischen Handlungsspielraum der Schweiz gerade jetzt in eine Zeit wachsener geopolitischer Spannung massiv einschränken
00:02:09: würde.".
00:02:10: Mittelstände Rätin Andrea Kmyu-Schönenberger sagte an der Medienkonferenz, die Initiative löse kein einziges Problem sondern sie schaffe neue.
00:02:18: Während FDP Nationalrat Heinz Teil davon sprach dass die Initiative unsere Sicherheit gefährde.
00:02:24: Kurz Die SVP steht mit ihren Neutralitätsinitiative ganz alleine da.
00:02:30: Was also treibt eine Partei an, diesen millionenschweren Abstimmungskampf zu führen?
00:02:35: Geht es bei der Frage nach der Neutralität wirklich nur um Putin?
00:02:39: Wer profitiert davon wenn diese Initiative durchkommt.
00:02:43: Die drei Wotsreporterinnen Anna Jekerewa, Sarah Schmalz und Kaspar Sorbel sind diesen Fragen nachgegangen – und auf Überraschendes gestoßen!
00:02:52: Bei uns zu Gast ist Kaspar Sorbel.
00:02:54: Dominik hat mit ihm gesprochen.
00:02:57: Kaspar Surber, es ist ja so dass wir hier beim Hörkombinat alle zwei Wochen einen Titel für unsere Folgen finden müssen.
00:03:04: Auch diesmal wird das zu sein aber wir werden es glaube ich nicht schaffen euren Titel zu schlagen.
00:03:09: er berichtet unter der Überschrift auf zum letzten Geschäft über die Familie Blocher und die Firma MS Chemie die ihr gehört und es geht da vor allem um die Interessen diese Firma und die Familie haben könnten.
00:03:23: an einem Jahr zur Natualität Initiative.
00:03:26: Jetzt ist es so, ihr seid in der Lage jede Woche viele Texte zu haben.
00:03:31: Wir haben alle zwei Wochen eine Folge.
00:03:32: Wir hatten die Neutralitätsinitiative noch nicht.
00:03:35: Darum am Anfang vielleicht zu deren Inhalt ein paar Sachen.
00:03:38: Ihr zitiert in eurem Text den Historiker Jakob Tanna weil das geht ja in der Initiative darum, die Neutralität in der Verfassung zu definieren und er sagt jetzt Die Neutralität der Schweiz wäre nie ein Staatszweck gewesen sondern immer ein außenpolitisches Mittel.
00:03:52: Was weint er denn damit und findet eher es grundsätzlich verkehrt, die Neutralität in der Verfassung zu definieren?
00:04:02: als Staatszweck in der Verfassung festgeschrieben worden ist, auch nicht bei der Bundesstaatsgründung, und später dann auch nicht.
00:04:12: Das ist im Gegenteil so, dass die Neutralität eigentlich eine Fremdzuschreibung ist.
00:04:16: Der europäischen Großmächte am Wiener Kongress von eighteen hundert fünfzehn hat natürlich alle ein Interesse daran das der Alpenübergang den die Schweiz ja nun einmal bildet, dass dieser Übergang eben keiner anderen Macht gehört.
00:04:34: Der Begriff steht also nicht in der Verfassung.
00:04:36: entsprechend locker, bisweilen auch fragwürdig wurde er ausgelegt.
00:04:42: Die Neutralität muss man eigentlich eher verstehen als ein außenpolitisches Mittel.
00:04:47: und die Frage ist jetzt natürlich warum will Blocher die Neutralität in die Verfassung schreiben?
00:04:52: auf die Art und Weise, wie er es möchte.
00:04:54: Nämlich als sogenannt bewaffnete und immerwährende Neutralitet Und der Vitana eben ausführt.
00:05:01: liegt da Grund darin dass die Neutralität einem Teil der Schweizer Eliten immer dazu gedient hat, ihre wirtschaftlichen Interessen durchzusetzen.
00:05:10: Namentlich jedem Teil der Elite, die sich immer gegen die UNO und die EU positioniert hat – das hat ja Blocher im Speziellen mit vorangetrieben!
00:05:21: Es ist eine SVP-Initiative und sehr spezifisch eine blocherische Initiative.
00:05:26: Er hat ja ganz kurz nach dem Einmarsch der russischen Truppen in der Ukraine, also nach der Vollinvasionen, im Jahr
00:05:35: oder
00:05:35: Wochen darauf.
00:05:36: Aber wenn jetzt sozusagen diese Neutralität in die Verfassung käme und nicht vom Blocher definiert würde wären dann diese Stimmen, die sagen sie waren die Staatszweck und es soll vielleicht auch keiner werden, wenn ihr da auch dagegen glaubst?
00:05:48: Ich denke schon, dass sie auch dagegen wären.
00:05:51: Ich meine im Staatswechsel sind sehr allgemeine Prinzipien festgehalten zum Beispiel eben das auch die Schweiz zum Frieden weltweit beitragen soll.
00:05:59: aber eben die Neutralität selber ist nicht sacrosanct.
00:06:03: vermutlich würden sich diese Stimmen auch erheben aber gerade in diesem Abstimmungskampf erhebten Sie sich natürlich auch gegen diese blocherische Definition der neutralität.
00:06:11: er behauptet natürlich wie immer er hätte gewissemassen die Sache schon seit zwölf von einem neunzig selbst persönlich verfolgt und wie es am besten was für die Schweiz das Richtige sei, aber wir werden hoffentlich dann zeigen können dass das Gegenteil richtig ist.
00:06:24: Das werden wir dann sehen ob du das zeigen kannst was doch einigermaßen eine Seltenheit ist, dass es durchaus auch linke Gruppierungen gibt die für einen Jahr zu dieser blocherischen Initiative werben darunter die Partei der Arbeit.
00:06:38: Was sind denn die Argumente, warum unterstützen die Initiative?
00:06:41: aus sehr rechten wirtschaftsnahen Kreisen kommt?
00:06:45: Ich habe extra nochmals nachgeschaut auf Ihrer Webseite was denn die Gründe sind diese Leute anführen.
00:06:52: Der erste Grund ist dass diese Initiative einen Beitritt der Schweiz zur NATO verhindere.
00:06:59: Der zweite Grund ist, dass die Schweiz blockfrei sein müsse und der dritte das Sanktionen, die Bevölkerung treffen würden, Sanktsionen die die Schweiz heute eben übernehmen kann von der EU und ich denke schon allein... Dieses Wort blockfrei, das ich jetzt nicht mehr im Aktiv-Fortschatz führe ist vielleicht eher ein Hinweis, dass diese Unterstützerinnen mental noch ein wenig im kalten Krieg sich befinden.
00:07:25: Was ich aber viel dramatischer finde, ist, dass sie gemeinsame Sache mit den RechtspopulistInnen machen.
00:07:32: Sie marschieren hier wirklich gemeinsam in der Erwerbung beispielsweise in so einer Zeitung, die in alle Haushalte verschickt wurde.
00:07:41: Dort kommt auch ein Exponent dieses Linkenkomitees zu Wort und ich bin eigentlich bis immer davon ausgegangen in der Schweiz dass selbst wenn man zu den gleichen Schlüssen kommt wie die Rechtspopulistinnen das man dann nicht einfach deren Initiative unterstützt sondern dass man wenn schon eine eigene macht.
00:07:58: Dieser Grund eins einen schleichenden Beitritt zur NATO der verhindert werden soll.
00:08:04: Ist denn so etwas, was man so nennen könnte im Gange?
00:08:07: Bahnt sich so etwas an?
00:08:08: ist das realistisch und wie könnte man einen schleichenden Beitritt festmachen.
00:08:14: Ja, ich denke einen schleichenden Beitritt kann man eben genau nicht festmachen.
00:08:19: Es wäre nämlich so dass wenn die Schweiz tatsächlich der NATO-Beitreten würde oder sollte dann würde es eine Abstimmung darüber geben.
00:08:29: Notabene weil ja gerne diskutiert wird ob Abstimmungen mitstände mehr oder ohne Stände mehr stattfinden.
00:08:36: Sollte die Schweiz jeder NATO beitreten wollen oder sollen dann wäre das seine Abstimmung.
00:08:42: Stände mehr, also dass die Schweiz jemals diesem westlichen Militärbündnis beitreten würde.
00:08:49: Das halte ich für ausgeschlossen.
00:08:52: jetzt eben dieses Wort schleichen das meint, dass die Schweizer da und dort mit der NATO heute kooperiert was sich jetzt alleine aus Kostengründen nicht unbedingt nur völlig falsch Ich finde, aber wie gesagt ein derartiger Beitritt ist nicht zu erwarten.
00:09:07: Beuchte eine neuerliche Abstimmung und darum finde ich auch das Argument ein bisschen an den Haaren herbeigezogen.
00:09:12: Warum man jetzt die Neutralität in die Verfassung schreiben soll damit dann ein der artiger Beitritte nicht möglich werden soll?
00:09:20: Wir sprechen ja hier in diesem Podcast gerne über Wirtschaftspolitik und im Initiativ-Denks gibt es in diesem Punkt drei An dem man sich da stoßen kann, der besagt dass die Schweiz sich nicht an Sanktionen beteiligen darf außer sie werden von der UNO beschlossen.
00:09:36: Was würde es denn helfen wenn diese Initiative jetzt angenommen würde?
00:09:39: Welche Folgen hätte das für die Außenpolitik der Schweiz?
00:09:41: Ich denke, es ist zur Einordnung dieser Initiative sehr wichtig zu verstehen.
00:09:45: Es geht primär um diesen Punkt.
00:09:49: Einerseits wird die Neutratät in die Verfassung geschrieben aber es wird vor allem auch mit dieser Initiative per Verfassung verboten dass die Schweiz-Sanktionen der EU jemals übernehmen darf und das ist auch der Grundwishalblocher diese Initiative laussiert hat weil die Schweiz nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine mitgezogen hat, auf internationalen Druck hin erst einige Tage später aber mitgezogen hat.
00:10:15: Und eben im Kern geht es darum, das soll die Schweiz nicht machen dürfen.
00:10:22: Das hat sicher auch mit den wirtschaftlichen Interessen der Familie ein Locherdurchhaus zu tun, die sich eigentlich in ihrer ganzen Geschichte dadurch auszeichnet, dass sie immer sehr gerne auch mit autoritären Staaten ins Geschäft gegangen ist und das eben ist natürlich durch diese Sanktionen erschwert, die die Schweiz hier übernimmt.
00:10:42: Christoph Blocher hat ja persönlich mehr als fünfzig Prozent bezahlt des Werbebudgets, die diese Initiative zumindest das Tellster bei der Finanzkontrolle angemeldet ist.
00:10:51: Also es waren glaube ich zwei Millionen Schweizer Franken.
00:10:55: Das heißt ihm scheint es sehr wichtig zu sein dass die Schweizer Bevölkerung auf diese Initiative hingewiesen wird.
00:11:00: Welchen Interessen seht ihr denn da?
00:11:02: Bei ihm und bei der EMSCME an einem Jahr zur Natualitätsinitiative?
00:11:07: Also wir alle sehen ja diese Plakate überall, kein Krieg und da hat uns natürlich doch auch wieder einmal interessiert.
00:11:15: Ganz einfach also erstens stimmt dieser Slogan?
00:11:17: und zweitens woher hat Christoph Bloch eigentlich dieses enorm viele Geld um sich die Politik in der Schweiz immer auch über seine Partei ein Stück weit kaufen zu können?
00:11:29: Und da geht es natürlich um die Geschichte auch der Emskimi, die wir hier im Artikel aufrollen.
00:11:36: Kurz wichtig ist zu betonen, wie die Besitzverhältnisse sind.
00:11:40: Die Emskämie gehörte größtenteils Christoph Blocher bis seit dem Jahr zwei Tausend Sieben in den Bundesrat gewählt wurde.
00:11:48: Damals hat er sie dann an seine Kinder überschrieben.
00:11:51: Das heißt, die Emskamie ist heute im Besitz so etwa seventy Prozent seiner drei Töchter.
00:11:58: Aber die Politik, die er betrieben hat – die Geschäftspolitik.
00:12:01: Die führen seine Kinder auch fort, weshalb man hier schon von einer Schweizer Tradition sprechen kann.
00:12:08: und um kurz zu beschreiben, worin sie liegt ist immer darum gegangen der EMS-Kimi, dass man mit autoritären Staaten Geschäfte gemacht hat.
00:12:17: Speziell historisch fragwürdige Rückblick sind die Geschäften, Lizenzvergaben mit dem damaligen südafrikanischen Apartheid-Regime gemacht hat.
00:12:31: Also da hat man so eine Lizenzproduktion von Munitionszündern aufgebaut, damit mehrere Millionen sicher verdient.
00:12:39: und Man sieht in diesem Beispiel eben auch schön wie bei Blocher, die das Geschäft und die Politik immer zusammengehen.
00:12:44: Er war gleichzeitig auch Präsident der Arbeitsgruppe Südliches Afrika im Parlament.
00:12:50: Tönt natürlich harmlos aber tatsächlich hat diese Arbeitsgruppen eben auch die sogenannte Rassentrennung in Südafrika legitimiert.
00:12:58: also Blocher war ein wesentlicher Unterstützer des Apartheid-Regimes In der Schweiz hat sich eben auch immer gegen Sanktionen ausgesprochen.
00:13:04: Die Schweiz hat ja seiner der ganz wenigen Staaten Südafreq nicht sanktioniert für diese Menschen unwürdige rassistische Politik.
00:13:12: Und ich glaube an diesem Beispiel Südafrika sieht man sehr gut, worin eben diese Logik besteht des Geschäfts zwischen Wirtschaft und Politik und eine Logik die durchaus die EMS heute fortführt.
00:13:24: Wir erinnern uns ja vielleicht auch noch an die Recherche, die auch die Wots damals gemacht hat das Martullo-Blocher ihren Mitarbeiterinnen verboten hat im Betrieb das Wort Krieg zu verwenden.
00:13:35: sie durfte nur von der Militärischen Spezialoperation.
00:13:38: Also man ist völlig in Eins gegangen mit der Propaganda von Putin.
00:13:43: Wie schwierig ist es für die Gegnerinitiative, gegen eine Initiative anzukämpfen, die den Hauptslogan kein Krieg hat als einen Slogan dem wahrscheinlich achtundneunzig Prozent der Bevölkerung zustimmen würden?
00:13:56: Wenn diese autoritären oder autoritär sich gebärdenden Herrscher Begriffe wie Frieden brauchen – sie treffen sich auch da und zu Friedensgipfeln um einen eigentlich den Krieg.
00:14:08: Und darum bin ich da relativ optimistisch, dass die Schweizer Bevölkerung diese Plakate auch durchschauen will.
00:14:14: Also wer glaubt den Blocher, dass er jetzt da neuerdings Friedenstaubend steigen lässt wie in einer linken Friedensdemo?
00:14:20: Ich meine... also der Alter von Herleberg, das bin ich wirklich ein Wissender Meinung.
00:14:25: Er hat schon ein bisschen das Gespür für die Bevölkerung verloren und ich glaube nicht, dass Leute so blöd sind, dass sie nichts zu durchschauern.
00:14:31: Vielleicht ganz am Schluss nochmal zum Initiativtext.
00:14:33: Wir haben ja bei verschiedenen Themen hier Gäste gehabt, die gefordert haben dass die UNO im internationalen Politik gestärkt wird.
00:14:40: Zum Beispiel im Hinblick auf den Krieg gegen Gaza, aber ich glaube auch beim Iran-Krieg das die UNo eigentlich eine urdemokratische Organisation ist in der alle Staaten ihren Willen halbwegs gleichberechtigt einbringen können.
00:14:52: was spricht denn gegen eine Bindung von Entscheidungen der Schweiz?
00:14:56: Was Sanktionen zum Beispiel betrifft gegen eine bindung an die UNOO?
00:14:59: Ja klar, aber das ist dann sehr... Das ist natürlich überhaupt nicht so, dass die Schweiz heute jetzt nicht auch Sanktionen der UNO übernehmen würde.
00:15:09: Der Punkt ist es gibt einen Grund im Moment warum diese Sanktsionen den UNO nicht erlassen werden und das ist Russland selbst weil Russland sitzt natürlich im Sicherheitsrat.
00:15:18: der UNOO wird zum Teil auch flankiert je nachdem von China.
00:15:23: Es ist klar, deshalb gibt es keine Unosanktionen.
00:15:26: Das heißt, es ist noble, dass diese Initiative zwar festschreiben will man sei für Unosanktionen aber gegen EU-Sanktion.
00:15:34: Realpolitisch muss man sich einfach im Klaren sein, es werden keine Unonsanktions erlassen.
00:15:39: jetzt auf jeden Fall im Zusammenhang mit Russland obwohl ja die Vorversammlung diesen Angriff in äußerst deutlichen Worten verurteilt hat.
00:15:49: Von der Zurückhaltung des Schweiz bei internationalen Sanktionen hat die Familie Blocher mit ihren Geschäften bislang gut profitiert.
00:15:57: Auf der Rangliste der dreihundertdreichsten in der Schweiz, die das Wirtschaftsmagazin Bilanz jährlich veröffentlicht steht die Familie blocher auch zwei tausendfünfundzwanzig sehr weit oben auf Platz elf um genau zu sein – Mit einem geschätzten Vermögen von vierzehn Komma fünf Milliarden Franken.
00:16:13: Bilanz beschreibt das wirtschaftliche Umfeld für die EMS Chemie allerdings als alles andere, als einfach.
00:16:19: Schwächelnde Konjunktur, starke Franken, Absatzkrise in der Autoindustrie und trotzdem schlage sich das Unternehmen in diesem Umfeld ausgezeichnet.
00:16:29: Einem leichten Umsatzrückgang stehen etwas bessere Erträge gegenüber.
00:16:34: Die finanzielle Lage ist so komfortabel dass es für das vergangene Geschäftsjahr neben der regulären Dividende zusätzlich eine Sonderausschütte gab.
00:16:43: Das wirft Fragen auf, wie zum Beispiel was macht die EMS Chemie eigentlich?
00:16:48: Was produzierte Konzern mit Sitz in Dommert-Ems im Kanton Grabünden an seinen Produktionsstandorten auf vier Kontinenten und in rund sechzehn Ländern überhaupt?
00:16:58: Wo liegen diese Standorte?
00:17:00: Und wie ließ sich diese großzügige Ausschüttung am die AktionärInnen –wie wir gehört haben– zu rund siebzig Prozent die Familie Blocher selbst
00:17:08: finanzieren?".
00:17:10: Kommen wir nun also zur Gegenwart der EMS Chemie.
00:17:13: Wenn ihr schon bei Russland seid, sie hat dort zwei Standorte.
00:17:17: Eine davon befindet sich sehr nahe an einer sogenannten Sonderwirtschaftszone die heißt Jela Buga.
00:17:22: Also erstens was produziert die EMS chemie dort?
00:17:24: Was sind ihre Geschäfte?
00:17:25: und zweitens was bedeutet Sonder Wirtschaftszone in Russland?
00:17:29: Also die EMS Chemie ist ja primär heute ein Zulieferer der Automobilindustrie und das ist sie auch in Russland, was nun diese Sonderwirtschaftszone betrifft.
00:17:40: Das ist die wichtigste Sonder Wirtschaftssone in Russlands und primär haben internationale Unternehmen dort Privilegien wie das bei Sonder-Wirtschaftssonen üblich ist dass sie weniger Steuern zahlen weniger Zölle zahlen.
00:17:55: ich glaube auch noch verkehrstechnisch.
00:17:57: schon von der Energie Infrastruktur werden sie gefördert.
00:18:00: Das ist gewissermaßen diese Sonderwirtschaftszone.
00:18:02: aber irgendwie es ist wichtig zu wissen, die MS Chemie produziert gewissermassen hart an dieser Zone, aber nicht in der Zone was für die Frage der Sanktionen natürlich gleich wichtig sein wird?
00:18:13: Ja denn es ist ja so dass gerade diese Sondervirtschaftszone im Gegenstand von Sanktsionen ist.
00:18:20: Es ist so, dass nachweislich dort diese iranischen Drohnen produziert werden die auch in der Ukraine zum Einsatz kommen.
00:18:27: und als das Publik geworden ist wurde das Management dieser Sonderwirtschaftszone sanktioniert weil es diese Verträge unterschrieben hat.
00:18:36: Die Firmen hätten sich zurückziehen müssen die Europäischen Das haben auch einige getan aber eben die Emskämie musste sich gewiss was nicht zurückziehen weil sie eben knapp an dieser Sondervirtschaftszone produzieren was aber interessant ist dass wir herausfinden können und was die MS-Chemie auch nicht etwa dementiert hat, ist das sie im Jahr twentyfünfundzwanzig eins Komm sechs Millionen Franken Steuergelder an Russland bezahlt.
00:19:02: Und man kann sagen, die russische Wirtschaft ist ja immer stärker auf diesen Krieg ausgerichtet.
00:19:08: Der russisches Staat auch und ich denke es ist deshalb nicht verkürzt zu sagen das sind eins Prozent sechs Millionen die die Emskämie direkt in die Kriegskasse von Putin bezahlt hat.
00:19:20: Nun ist das russischer Geschäft der Emskamie ein vergleichsweise kleiner Teil des Firmen Umsatzes.
00:19:27: wesentlich mehr setzt sie um in China.
00:19:30: Welche Produkte handelt sie mit China oder was stellt sie dort her?
00:19:34: Das war bei der Recherche eigentlich eine sehr interessante Erkenntnis, welche Bedeutung China überhaupt in der Geschichte der EMS-Chemie hat.
00:19:41: Wir haben auch gemerkt dass das gar nicht so sehr bekannt ist.
00:19:44: Es waren nämlich so die EMS Chemi eigentlich
00:19:46: ursprünglich
00:19:48: Textilfasern produziert hat und Blocher ist dann auch früher sich das chinesische Regime, das kommunistische etwas gelockert hat.
00:19:57: Ist er nach China gegangen und hat dort Faserproduktionsanlagen aufbauen lassen.
00:20:05: Das war im Zug als die ganze Textil- und Distri von hier nach Asien ging die ganze Produktion und diese Anlagen hat er dann wiederum gewinnbringend verkauft so dass die EMS umsatteln konnte auf sogenannte Hochleistung Polymere mit den so Plastikelemente dann gebaut werden können, die bei den Autos natürlich unabdingbar sind.
00:20:28: Und das machen sie auch in China und hat im Vergleich jetzt mit Russland eine deutlich wichtigere Funktion innerhalb des Konzerns.
00:20:37: Sie haben im letzten Jahr sechzehn Komma fünf Prozent des Umsatzes in China erzielt.
00:20:42: Jetzt ist ja China zwölflos eine immer noch wachsende große Wirtschaftsmacht und ich habe über China von verschiedensten Seiten wirklich schon sehr verschiedene Einschätzungen gehört.
00:20:53: Politik diese international betreiben, wirtschaftspolitik über die Politik diesen national betreiben.
00:20:58: es gibt durchaus auch linke Politikerinnen, die eine rechte Bewunderung für China zeigen das wie viel dort gewachsen ist.
00:21:05: wieder Lebensstand hat sich gehoben.
00:21:07: Was ist es da aus eurer Sicht sozusagen auszusetzen an diesen Geschäften, die die EMSGME mit China macht?
00:21:13: Ich glaube wir haben gar nichts auszusetzt an den Geschäfte, die Die EMS GME macht.
00:21:17: Es ist einfach interessant mit wem sie sich macht und wie das im Zusammenhang mit dieser Neutralitätsinitiative auch zu bewerten ist.
00:21:25: Und es ist schon so dass es in der Schweizer Industrie eine gewisse Nervosität gegeben hat als die EU einige Sanktionen gegen chinesische Beamte erlassen hat wegen der Menschenrechtssituation der Uigurinen.
00:21:45: Das war im Jahr zwanzig und einundzwanzig.
00:21:49: Potenziell wäre es natürlich denkbar, dass die EU künftig noch mehr Sanktionen erlassen wird.
00:21:54: Gerade auch wenn wir an diese ganze Auseinandersetzung zwischen den USA und China denken beispielsweise falls sich der Konflikt um Taiwan zuspitzen könnte.
00:22:06: Und ich glaube schon auch das Blocher hier vermutlich ein Stück weit dafür sorgen will, dass es eben diese Möglichkeiten des Sanktsionen sowieso nicht gibt und dass die Schweiz dann weiter mit China Geschäften könnte, auch wenn diese Sanktionen zunehmen würden.
00:22:23: Muss ich auch im Klaren sein, wenn man das so in die Verfassung schreibt wie Sie es vorsehen dann würde sich die Schweiz automatisch immer auf die Seite eines Aggressors schlagen.
00:22:33: Nämlich in der Hinsicht eben sie würden die Sanktionen da nicht übernehmen, die beispielsweise die EU oder andere auch übernehmen würden.
00:22:40: Sie würde zu einer Art von Profiteurin.
00:22:43: Da gibt es auch ein interessantes Beispiel dass bei der Annexion der CRIM da hat die Schweiz die Sanchzonen nicht übernommen.
00:22:50: aber Es zeigt sich im Rückblick, dass sie eben sehr stark profitiert hat von den Sanktionen der anderen.
00:22:56: Der Rohstoffhandel hat stark profitieren.
00:22:58: Sie wurde auch zu einem Hafen für Oligarchengelder und so weiter.
00:23:02: also es wäre relativ klar die Schweiz würde natürlich profitieren das sie als einzige keine Sankzonen erlässt sowie auch bei Südafrika.
00:23:11: damals ging es nur um mehrere Millionen.
00:23:14: das ist verhältnismäßig nicht so viel.
00:23:16: Aber ich zitiere Blocher nicht unbedingt so gerne, aber von ihm gibt es ja auch diesen Ausspruch, den er immer gerne braucht.
00:23:22: Er ist nicht von ihm aber verwendet ihn gerne.
00:23:24: Hüttenrappe, Mornenrappe gibt eine schöne Zipfelkappe.
00:23:27: Das gilt für das Geschäft in Südafrika und das gilt der MS-Generale.
00:23:33: Du hast schon ein bisschen vor der Firma Geschichte der MS Chemie gesprochen.
00:23:36: Etwas, was ich noch interessant gefunden habe in einem Text, weil ich davon keine Ahnung hatte... ist die Geschichte, wie die Familie Blocher bekriegst auf Blocher überhaupt in Besitz der Emskämie gekommen ist.
00:23:47: Er hat sich sozusagen selber verkauft.
00:23:49: Kannst du das weniger Salopp sagen?
00:23:51: Wie genau ist es damals abgelaufen?
00:23:53: Ja so viel weniger Salop kann ich das jetzt auch nicht sagen weil es tatsächlich so war... Ist da als junger Juus-Absolvent in diese Firma eingestiegen, die damals einem Werner Oswald gehört hatte.
00:24:07: Hatte ein enges Vertrauensverhältnis zu diesem Oswald ist dann aufgestiegen und wurde zum Chefmanager und als Oswald dann plötzlich verstorben.
00:24:16: darum, dass die Firma verkauft werden sollte.
00:24:19: Mit diesem Auftrag wiederum hat die Familie Blocher selbst betraut und nach allem was man darüber weiß ist es so das ein Blocher dann den Wert der Firma sehr tief gestapelt hat, dass er gleichzeitig alle Angebote von Dritten ausgeschlagen hat und sich die Firma dann am Ende selbst verkauft hat.
00:24:41: Und ich denke das ist dann auch ein Muster Karriere durchaus noch fortsetzt.
00:24:47: Wir haben das im Bericht weniger beleuchtet, aber Blocher macht er dann vor allem auch sehr viel Geld Ende der Achtziger und zu Beginn der Neunziger Jahre bei der Zerschlagung der Schweizer Industrie, wo er gemeinsam mit seinem Freund Martin Ebner unterwegs ist und die viele Tieren ja dann verschiedene dieser Schweizer auf Firmen beispielsweise die Alusvis oder dann auch die ABB nach ihrem Wert.
00:25:12: so also sie nehmen eigentlich die werthaltigen Stücke verkaufen den Rest und damit ist dann eben zumindest bei Blocher dieses Milliardenimperium begründet.
00:25:23: Also es ist vielleicht noch wichtiger, er hat in seinem Leben nicht nur Geld mit der EMS gemacht aber er hat sicher immer Geld mit derselben Methode gemacht.
00:25:31: Wie viele sind über diesen Verkaufsprozess bekannt?
00:25:33: Weiß man, mit welchen Argumenten er die Angebote anderer Bieter abgeschlagen hat.
00:25:39: Nein so viel ist nicht bekannt.
00:25:40: ich kann nur eine journalistische Recherche dazu empfehlen, die einmal im Tagesanzeiger erschienen ist von Konstantin Seibt.
00:25:49: der Text heißt Der Profi und es ist meiner Meinung nach noch immer einer der besten Texte über den Aufstieg vom Blocher.
00:25:56: Es gibt dann dazu auch eine Entgegnung von Martullo-Blocher was alles Angeblich nicht stimme an diesem Text, aber wer das alles genauer wissen will der soll nicht nur die Wurz lesen sondern ins Archiv steigen und sich diesen Bericht von Konstantin Seibt beschaffen.
00:26:11: Der Profi!
00:26:13: Dann kommen wir zum Schluss noch vielleicht zu einer weiteren Schweizer Tradition zu ersten Augustfeier zur Bundesfeier.
00:26:19: Ihr wart an diesem Tag bei der Feier von Pro Schwelz, das ist ein Verband drei rechte Gruppierungen.
00:26:25: Der sehr maßgeblich beteiligt ist in der Jahrkampagne zur Neutralitätsinitiative und Christoph Blocher hat dort auch eine Rede gehalten.
00:26:32: Mit welchen Argumenten sind dort für die Initiative geworben worden?
00:26:36: Ist dort Klartext gesprochen worden dass es auch darum geht gute Geschäfte zu machen?
00:26:40: oder wie war das dort?
00:26:42: Nein, also es war natürlich so dass dort einfach wieder einmal die mindestens siebenhundert Jahre alte Neutralität der Schweiz abgefeiert wurde.
00:26:53: Es fand ja statt in diesem historischen Ambiente der Tell-Festspiele in Interlaken.
00:26:59: Also historisch wird da immer schilderless tell auf der Freiluftbühne aufgeführt.
00:27:07: und wie gesagt diese Sanktionspolitik Die war dort kein Thema.
00:27:12: Es wurde einmal mehr eine Schweiz, beschworen seit siebenhundert Jahren unabhängig und neutral die sich am besten aus allen fremden Händeln draußen hält außer natürlich man treibt Handel mit
00:27:25: allen.
00:27:27: Die Umorientierung Richtung China hat die Emskämie bereits vor Jahren vollzogen.
00:27:31: Die ganze Zeit zitierte Matullo Blocher oder drei Jahre mit den Worten, «Kina sei bei Elektroautos technologisch führend und tempobestimmend».
00:27:39: Sowohl das Preis-Leistungsverhältnis als auch die hohe Qualität chinesischer E-Autos hätten sie überzeugt!
00:27:46: Schweizer Autozulieferer haben jahrzehntelang von der Nähe zum deutschen Markt profitiert.
00:27:50: Bei Elektroautos gibt aber inzwischen China den Takt vor.
00:27:54: Unübersehbar wurde das spätestens dieses Jahr als VW ankündigte, in den kommenden Jahren bis zu hunderttausend Stellen zu streichen.
00:28:02: Knapp jede sechste im Konzern – die deutsche Autoindustrie hat einen technologischen Anschluss an China verloren.
00:28:10: Martullo Blocher wusste wo der Wachstumsmarkt liegt Nur wusste das natürlich nicht nur sie.
00:28:15: Der entscheidende Unterschied liegt woanders, wie auch in seit Paradeplatz vor drei Jahren berichtete.
00:28:20: Das Unternehmen gewinnt jetzt im China-Marktanteil wenn andere internationale Konkurrenten aus Angst vor den US Amerikanern ihre Investitionen im Reich der Mitte zurückfahren!
00:28:31: Ob es um Sanktionen wegen Kriegen oder Menschenrechtsverletzungen geht, oder Drohungen aus Washington.
00:28:37: Dieses Muster zieht sich wie ein roter Faden durch die Firmengeschichte der EMS Chemie.
00:28:42: Dort Geschäfte machen, wo andere sich zurückziehen – weil ihre Regierungen die Handelsbeziehung einschränken.
00:28:48: Vom Embargo gegen das Abparteit-Regime in Südafrika bis zu den Sanktsionen der Gegenwart.
00:28:53: Vielleicht haben sich die Blocher vor allem jene Stelle aus Schillers Wilhelm Tell zu Herzen genommen an der Tel sagt Der Starke ist am mächtigsten allein.
00:29:02: Nur bei einer Volksabstimmung, wo Mehrheiten gefragt sind könnte genau dieses Prinzip ein Schuss in den Ofen
00:29:17: sein.
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