#122: Chicken Run – Die Ökonomie hinter dem Pouletboom

Shownotes

Der Absatz von Hühnerfleisch steigt und steigt – obwohl der Fleischkonsum insgesamt zurückgeht. Dieser Boom beruht auf streng durchgetakteten und für das Huhn eher betrüblichen Produktionsketten. Wie funktioniert das Pouletgeschäft?

WOZ – Die Wochenzeitung

wobei Nr.5: Die schier unglaubliche Geschichte des Pouletbooms --> Heft bestellen

Text: Kaspar Surber

SRF: Qualzucht für die Interessen der Industrie? Bilder enthüllen die harte Realität der Hühnerhaltung in bestimmten Schweizer Industriebetrieben. Im Zentrum der Kontroverse steht die Zuchtlinie Ross 308 – eine Hühnerrasse, die darauf ausgelegt ist, in Rekordzeit gemästet zu werden, häufig zulasten ihrer Gesundheit.

Schweizer Bauer: Poulet auf Vormarsch: Wie die Schweiz zum Geflügelland wird

Journal of Anatomy: The effects of selective breeding on the architectural properties of the pelvic limb in broiler chickens: a comparative study across modern and ancestral populations – Fig.1

OECD: OECD-FAO Agricultural Outlook 2026-2035

SRF: Schweiz stoppt Fleisch aus Brasilien wegen Antibiotika Seit Anfang September ist der Import von Fleisch aus Brasilien verboten. Eine Preiserhöhung sei nicht ausgeschlossen.

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Transkript anzeigen

00:00:02:

00:00:04: Es kombinieren Dominic Duseck und Elvira Isenring.

00:00:10: Heute

00:00:25: geht es um das Huhn, um die industrielle Geflügelproduktion, um Abhängigkeiten und Machkonzentration – und nicht zuletzt um Biologie!

00:00:34: Wegrennen werden diese Hühner, um die es heute geht allerdings nie.

00:00:38: Sie leiden praktisch alle Angehstürungen.

00:00:41: Wir haben Hühler geschaffen, die einen völlig dysfunktionalen Körper haben, geformt von und für die Interessen der

00:00:47: Industrie.".

00:00:48: Das sagte Pierre Chassard, Sprecherin der Tierrechtsorganisation Observatoire du Spezissism gegenüber RTS dem West-Schweizer Radio & Fernsehen.

00:00:57: Der Anblick dieser Tiere, die wenig später auf unseren Tellern manden ist erschütternd.

00:01:02: krank sind sie aus, deformiert, korpulent und schwächlich zugleich mit schütterem weißen Gefieder.

00:01:08: Für eine Vegetarierin wie mich ist es wahnsinnig schwer vorstellbar dass man diese armen Kreaturen freiwillig essen will.

00:01:15: Nur diesen Anblick bekommt sowieso kaum jemand zu sehen!

00:01:19: Der Fleischkonsum in der Schweiz ist und bleibt populär.

00:01:22: Laut dem Branchenverband Proviant werden rund fünfzig Kilo pro Kopf und Jahr verzehrt, besonders das Boulet ist auf Vormarsch.

00:01:30: Während der Konsum von Schweinefleisch sinkt und der von Rindfleisch stagniert steigt die Nachfrage nach Bouletfleisch.

00:01:36: Die Fachzeitung der Schweizer Bauer sieht darin eine Chance für Landwirtinnen Kalkulierbare Produktionskosten, eine garantierte Marge – also ein garantierter Lohn und die Möglichkeit bestehende Betriebe zu diversifizieren.

00:01:49: Doch wie ist die Geflügelindustrie eigentlich organisiert?

00:01:53: Wer ist von wem und warum abhängig?

00:01:56: Und wie steht es um das Tierwohl in den

00:01:58: Massbetrieben?".

00:01:59: Diesen Fragen ist Kaspar Sobo von der Wurz nachgegangen und hat sich mitten ins System der Pulle-Industrie begeben.

00:02:06: Es ist heute bei uns zu Gast.

00:02:07: Dominik hat mit ihm gesprochen.

00:02:10: Kaspar Surber, du hast dich mit einer sehr alltäglichen Sache beschäftigt.

00:02:17: Nämlich dem Hunden.

00:02:19: ein ganzes Heft lang, ein ganz wobei heft lang.

00:02:21: Beginnen wir mal mit der Beobachtung einer kleinen, die du machst und die ich auch bestätigen kann als mindestens ehemaliger Velo-Fahrer.

00:02:29: Wenn man durch die Schweiz sich bewegt, dann sieht man ziemlich oft Kühe.

00:02:34: Auch Schafe, gelegentlich Pferde, ein bisschen seltener noch Schweine aber Hühner.

00:02:38: Das sieht man abgesehen von echten Privathaus-Halten, die da ein paar im Vorgarten haben und das so nie.

00:02:43: Obwohl gemäß deiner Recherche uf'n achtzig Millionen Masthühne in der Schweiz leben also so viel wie Deutschland einen Monat oder sogar bisl mehr.

00:02:52: Warum ist es so dass man die nicht sieht?

00:02:56: Diese hohe Zahl muss man vielleicht noch vorausschicken, die bezieht sich auf ein ganzes Jahr.

00:03:01: Also pro Jahr leben in der Schweiz eine Mio.

00:03:04: Hühner.

00:03:06: Die meisten werden lediglich nach einem Durchschnitt von ca.

00:03:09: thirty-fünf Tagen alt.

00:03:11: Jetzt die Frage warum sieht man diese enorme Zahl nicht?

00:03:15: Oder beziehungsweise warum ist die Zahl auch derart hoch?

00:03:19: Das hat natürlich zwei Gründe.

00:03:21: das eine ist eben dass diese Hühner in sogenannten Intensivstellen aufgezogen, gemästet werden zum allergrößten Teil und bestenfalls wenige Tage überhaupt nach draußen kommen.

00:03:36: In einen sogenannten Wintergarten.

00:03:39: Es gibt natürlich auch Bio-Hühner wiederum.

00:03:41: die können dann ein bisschen mehr nach draußen aber der allergrösste Teil dieser Die leben gewissermaßen im Verborgenen.

00:03:50: Und die Diskrepanz nun zu dieser sehr hohen Zahl, die entsteht dadurch, dass wir einen unglaublichen Puller-Fleisch-Konsumboom erleben.

00:03:58: nur um eine weitere Zahl zu nennen in den letzten zwanzig Jahren ist der Konsum vom Pullerfleisch in der Schweiz von neun Kilo pro Kopf auf sechzehn Komma

00:04:13: fünf

00:04:14: Kilogramm pro Kopf gestiegen.

00:04:15: Ja, und das ist natürlich ein extrem starker Anstieg der eben auch dazu geführt hat dass so viele Hühner heute in der Schweiz leben und noch mehr Tiere auch importiert werden.

00:04:28: Gut darum sieht man sie nicht oder kaum obwohl es in der Schweltsorte gibt.

00:04:33: du hast einen Ort besucht er sich Pulle City nennt.

00:04:37: Das klingt ja ehrlich gesagt nach einer Erlebniswelt oder so irgendwas.

00:04:40: Aber wo ist die Pulle City und was ist sie?

00:04:43: Ja, also die Pullesity.

00:04:45: das ist eine kleine Gemeinde im Thurgau, Merwiel.

00:04:49: Dort befindet sich der Schlachthof der Frifag AG.

00:04:54: Die Frifage ist der drittgrößte Pulleproduzent in der Schweiz nach Bell.

00:05:02: Bell produziert vor allem für den Coop und nach der Mekarna, die wie es der Name sagt vor allem für die Mikrotätik ist.

00:05:10: Und jetzt in diese Merville also ist diese Frifak angesiedelt und während die anderen beiden großen Schlachthöfe eben gemauert haben, also Bell am schlimmsten absolut intransparent Aber auch die Mikro lässt einem kaum rein, hat eben die Free-Fac für uns dann doch die Tür geöffnet und so konnten wir diese Pulle City mehr will.

00:05:37: besichtigen und dort natürlich auch viel sehen.

00:05:40: Also was in Merwil passiert ist dem, dass die Hühner wenn sie dann diesen etwa fünfundreißigsten Tag in einem Intensivstall in der Schweiz erreicht haben werden Sie mit Lastwagen nach Merwiel gefahren.

00:05:55: Sie sind dort bereits befinden sich im Schubladen und in diesem Schubladen gelangen sie dann eine Gasbetäubungsanlage geschlachtet und dann eben zerlegt in diese ganz verschiedenen Einzelteile.

00:06:12: Natürlich sind auch ganze Pulles verkauft, aber den Pullebrust, den Flügel

00:06:16: usw.,

00:06:17: alles was man dann im Supermarkt letztlich kaufen kann.

00:06:20: das passiert in Merville und jetzt pro Nacht werden dort im Durchschnitt etwa fünfzig bis sechzigtausend Hühner geschlachtet also eine enorme Zahl hier.

00:06:31: Auf's ganze Jahr gerechnet pro Nacht?

00:06:34: Genau!

00:06:35: Das heißt so ein durchschnittliches Mastton oder ein industriell behandeltes Maston, das erlebte in seinem kurzen Leben den Intensivstall und dann die Schublade und dann den Schlachthof.

00:06:47: Und das war's!

00:06:48: Zuerst erlebt es nach gewissermaßen die Brüterei also so die ersten zwanzig Tage bis es dann eben ausgebrühtet ist.

00:06:56: aber dann kommt es als Küken in diesen Stall als sehr junges Huhn, aber auch schon sehr korpollentes Huhn in den Schlachthof und dann direkt ins Regal.

00:07:06: So kann man das zusammenfassen – das ist die harte Wirklichkeit.

00:07:11: Und diese ganzen Prozesse mit diesen gigantischen Zahlen in der Schweiz allein?

00:07:15: Dass in den Prozessen die weltweit vernetzt sind über Unternehmen, über das Genmaterial der Hühner.

00:07:22: und deswegen vermute ich kompatiere immer wieder der Begriff vor das globale Huhn Als Bezeichnung dafür, abgesehen davon ist es ein relativ lustig zu lesen.

00:07:32: Bei Griff hat man das Gefühl der ist ein Lebewesen etwas Organisches und da gibt's eine gigantische Produktionskette in das dieses organische Lebewesene eingespannt wird.

00:07:42: Ist das so?

00:07:43: Und wie ist diesen Prozess gekommen?

00:07:45: Wann hat das angefangen?

00:07:46: diese Industrialisierung des globalen Honens?

00:07:50: Ja, das war nach dem Zweiten Weltkrieg in den USA.

00:07:53: Da wurde der sogenannte Chicken of Tomorrow Wettbewerb ausgerufen und Hühnerzüchterinnen aus dem ganzen Land konnten sich daran Beteiligen, eben dieses Huhn der Zukunft herbeizuzüchten.

00:08:08: und dieses Huhnen der Zukunft das sollte besonders schnell, besonders viel Fleisch ansetzen.

00:08:16: Das war gewissermaßen das Ziel.

00:08:18: Dieses Wettbewerbs ausgerufen wurde ja – das ist der zweite sehr interessante Punkt von einer Supermarktkette von A und P. Diese beiden Sachen muss man fortan zusammen denken, also es entstanden aus diesem Wettbewerb heraus bestimmte Masthybriden nennt man die, die bis heute im Grunde genommen zum Einsatz kommen, das Genmaterial dieser Tiere von damals, die heutigen Mast-Hybriden lassen sich auf diesen Wettbetrieb zurück.

00:08:53: Das ist der eine interessante Punkt.

00:08:55: und der zweite ist eben das über dieses Supermarkt.

00:08:58: Kette.

00:08:59: Im Grunde genommen auch von Anfang an.

00:09:01: die Idee war, dass man eine Lieferkette produziert, die möglichst effizient auf den Verkauf und den Konsum ausgerechnet ist.

00:09:11: Das wurde als gewissermaßen zweierlei.

00:09:13: Insaliert.

00:09:14: eben einerseits wie du es gesagt hast dieses globale Huhn wurde herbeigezüchtet und dann eben auch die Verkaufskette.

00:09:23: Und wenn du sagst Bis heute geht viel erhältliches Hühnerfleisch auf diesen Genpool, dieser damals Hochgezüchteten-Hühnerrassen zurück.

00:09:32: Was heißt das?

00:09:32: Wollen wir uns das vorstellen?

00:09:34: Gibt es eine Vielfalt von Stammhünern, von denen sich jetzt zum Asthühner heute noch ableiten oder sind das nur ganz wenige?

00:09:40: Das ist einfach natürlich auch für uns hier ein wirklich sehr interessantes Zusammentreffen zwischen Biologie

00:09:49: und

00:09:50: Kapitalismus.

00:09:51: Es ist so, ich bin ja auch kein Biologe aber ich habe mir das dann von Hühnerzüchtern erklären lassen dass eben bei der Hühnersucht, das gilt auch für bestimmte Pflanzenarten wie beispielsweise beim Mais, das bei der Zucht der sogenannte Heterosus-Effekt entsteht.

00:10:09: Das heißt wenn man zwei Elterntiere miteinander kreuzt dann entsteht dass heutige Mast tun, aber wenn man dann diese Masthühner wiederum miteinander kreuzt, sind sie deutlich leistungsgeschwächer als ihre Eltern.

00:10:24: Also gewissermaßen wer die Elterntiere eben kontrolliert, der kontrolliert auch diese MAST-Hühner und besitzt wie ein natürliches Monopol.

00:10:33: Mit diesem Monopol haben sich dann eben auch bestimmte Großkonzerne herausgebildet, wie das üblich ist wenn Patente und so weiter im Spiel sind.

00:10:42: Dann lässt sich natürlich der Markt auch viel einfacher dominieren.

00:10:46: die Zahlen gehen davon aus dass tatsächlich gegen glaube ich achtzig Prozent von den zwei ganz großen Firmen dominiert wird einerseits von Tyson Food in den USA und andererseits von der deutschen EW Group die eben diese Eltern Tiere besitzen, also vielleicht um das da nochmals zu erklären hier in der Schweiz.

00:11:07: Also die besitze die Elterntiere und verkaufen sie dann zum Beispiel eben an die Mekarna oder ein Bäll oder an den Frifag oder an deren Zulieferer und dorthin kommen dann letztlich die Küken, die hier aufwachsen.

00:11:22: Das heißt alle diese drei großen Schweizer Betriebe arbeiten mit diesem einen großen deutschen Unternehmen zusammen?

00:11:29: Ja, also das war tatsächlich nicht ganz einfacher herauszufinden.

00:11:33: Das heißt ja immer der Schweizer Hohen aber woher es eigentlich genau stammt.

00:11:37: und tatsächlich ist es so dass der Bundesrat hat in einer Anfrage auf einem Vorstoß der Grünen Nationalrätin Meret Schneider geantwortet und das muss seine Zahl aus der Branche sein hat man mir versichert dass neunzig Prozent aller Hühner, die in der Schweiz zu Pulles aufgezogen werden, das neunzehnt Prozent von der EW-Grupp stammen.

00:12:02: Und es ist auch so, dass auch diejenigen Hühler, die langsamer wachsen und die beispielsweise in der Bioaufzucht zum Einsatz kommen – auch diese sind größtenteils.

00:12:14: Wie sieht's das Genmaterial?

00:12:15: Diese EW Group!

00:12:17: Man kann sich ja eben vorstellen, Ja, irgendwelche Lieferketten oder irgendwelchen Techniken kontrolliert.

00:12:23: Aber dass sie gewiss, was in diese Lebewesen so kontrollieren können ist schon bemerkend wert.

00:12:31: Für alle Nichtbiologinnen unter uns, denen das mit der Züchtung und den Elterntieren zu schnell ging – Das Rost-Masthuhn ist ein Hybrid also die Kreuzung verschiedener reiner Linien.

00:12:43: Die Zucht verläuft in Stufen.

00:12:45: Ganz oben stehen nur wenige Zuchtlinien, aus denen über Urgroßeltern, Großeltern und Elterntiere schließlich die Rost-Masthine hervorgehen, die im Stall landen.

00:12:56: Eine Studie im Journal of Anatomy beschreibt ein typisches Zugprogramm für Mass-Tüner als Pyramide, in der jede Ebene eine Generation ist.

00:13:04: An der Spitze werden in vier Rheinlinien die gewünschten Eigenschaften ausgewählt.

00:13:09: Das Masthun, die fünfte Generation entsteht aus der Kreuzung einer männlichen und einer weiblichen Elternlinie.

00:13:15: Gezüchtet werden diese reinen Linien etwa von der EW Group.

00:13:19: Sie pflegt die Spitze der Pyramide und erzeugt daraus immer wieder neue Elterntiere.

00:13:24: Diese verkauft sie an ihre Kundschaft weltweit!

00:13:27: Die Zuchtlinien sind quasi Betriebsgeheimnis, mit den Küken kann man sowieso nicht mehr viel anfangen.

00:13:33: Zu Kundschaft zählen auch die Schweizer Verarbeiter wie Bell, Mekana und Frivac.

00:13:37: Sie halten ihre von der EW Group gekauften Elterntiere selbst und stellen so Brutdeier- und Massküken aus Schweizer Produktion her.

00:13:44: Die Küken müssen in den Schweiz schlüpfen, wenn man das Fleisch als Schweizer Pulli vermarkten will.

00:13:50: Dann geben die Verarbeiter die Küken an die Geflügelmesser – also die Bäuerinnen weiter!

00:13:55: Diese erhalten ihre Tiere also von ihren Abnehmen Bell-, Mekana oder Frühwerk.

00:14:01: Unabhängigkeit sieht anders aus

00:14:04: Aber wenn es so eine Abhängigkeit gibt von einigen wenigen Unternehmen, was ist denn noch die Rolle von Schweizer Bäuerinnen zum Beispiel?

00:14:13: Wie viele Freiheiten haben sie dann noch?

00:14:15: Gibt uns eine nennenswerte Zahl vom Betrieben sich diesen Mechanismen entziehen wollen und können.

00:14:21: Ja das ist eine sehr gute Frage.

00:14:23: darüber habe ich auch gesprochen mit Adrian Waldvogel.

00:14:26: er ist der Präsident der schweizer Geflügelzüchter einen Bauer im schaffhausischen Städten Wie er selber sagt, einfach SVP-Mitglied und ich habe ihn natürlich auch gefragt.

00:14:37: Also wie steht jetzt gewissermaßen diese Abhängigkeit im Verhältnis zur vielbeschworenen Freiheit?

00:14:45: dann auch der Schweizer Bauerntum so?

00:14:49: Tatsächlich ist es so dass diese Geflügel Bauern, Bäuerinnen sind ja viele Frauen die diese Arbeit dann machen in einer hohen Abhängigkeitsstehend zu diesem Supermarkt Ketten.

00:15:00: Und die arbeitet dann je spezifisch mit insgesamt thousand three hundred Baum betrieben in der Schweiz zusammen, denen sie dann klar sagen also jetzt kriegst du so und so viele Hühner, die müssen so und solange aufgezogen werden.

00:15:13: meistens liefern Sie auch das Futter.

00:15:15: Also dass heißt die Schweizer Bäume und Bauen stehen ganz klar voll in dieser Produktionskette Richtung Supermarkt So.

00:15:22: und trotzdem sagen viele, sagt auch Waldvogel.

00:15:26: Dass das insofern eine gewisse Freiheit bedeutet als dass ihr Beruf von dir einkommen und ihre Tätigkeit auch sehr planbar sei bis hin zu Ferien beispielsweise also diese Bäuerung.

00:15:39: Bauern fühlen sich da nicht in einer großen Abhängigkeit.

00:15:43: Aber natürlich, wenn man die Kette als Ganzes dann auch noch bis hin zur EW-Gruppe betrachtet muss man von einer gigantischen gegenseitigen Abhängigkeite sprechen.

00:15:53: ja.

00:15:54: Gibt es nennenswerte Mengen von Hülfen, die sich dem entziehen können überhaupt?

00:16:00: Ja nein!

00:16:00: Es ist natürlich so dass der allergrößte Teil der Hühner, die in der Schweiz aufgezogen werden, die werden in dieser konventionellen Aufzucht Aufgezogen.

00:16:12: der Bio-Anteil, beispielsweise, liegt etwa bei ca.

00:16:16: von zwei Prozent.

00:16:18: Der ist an sich sehr klein und dort werden die Hühner schon anders gehalten.

00:16:23: also nicht in diesen Intensivstellen mit der Tausenden von anderen Artgenossinnen, die lediglich eben diese wenigen fünf Wochen sozusagen zusammenleben.

00:16:34: Sondern dann in kleineren Stellen, die auch mobil sind wo sie auch nach draußen können.

00:16:39: aber man kann sagen selbst diese Bioproduktion das sagen selbst die Biproduzenten auch durchaus selbstkritisch ist letztlich auch eingebettet in dieses System.

00:16:49: es ist einfach sicher deutlich tierfreundlicher.

00:16:52: Du hast schon die Emotion erwähnt die von den Grünen eingebracht wurde im Nationalrat, weil eben neunzig Prozent aller Hühner sich sozusagen auf ein älternd paar drücken lassen.

00:17:03: Die Rasse heißt ROS-drehundert acht und eine grüne Nationalratsabgeordnete will jetzt diese Rasse eigentlich in der Schweiz verbieten.

00:17:11: Warum will sie das tun?

00:17:14: Ja es gibt einfach verschiedene Studien, sagt Meret Schneider, die belegen dass das Tierwohl dieser Hühners nicht gewährleistet sei.

00:17:25: Also in der Hinsicht beispielsweise, weil sie eben so schnell wachsen Gliederbrüche auch haben oder Knochenbrücher.

00:17:36: Das ist eigentlich so eine der Hauptkritik neben anderen gesundheitlichen Einschränkungen, die diese Hühner erleiden.

00:17:43: Jetzt die Branche selbst, die dementiert das.

00:17:47: über weite Strecken kann man sagen sie geht davon aus dass die Tiere ihr Leben verlieren bei der Aufzucht.

00:17:56: Das sind ungefähr zwei bis vier Prozent gewissermaßen als natürliche Todes sterben also dass sie auch sonst nicht überleben Würden beispielsweise aufgrund genetischer Defekte und so weiter, ja du willst etwas sagen?

00:18:09: Ja

00:18:09: ich will etwas sagen.

00:18:12: Kann man von einem natürlichen Tod sprechen wenn... Ich bezahle nicht mit dem Kopf, du vielleicht schon Wenn man die Zahl hört wie viele Hühner auf wie viel Quadratmetern erlaubt sind Und auch so leben.

00:18:23: Ja genau also es ist so dass dann am Ende wenn ein solches Huhn ausgewachsen ist das kann man sich vorstellen wie ein Ausgewachseneshuhn aussieht.

00:18:30: Das hat da noch Platz auf einem DIN A-Vierblatt Und ich meine, die Diskussion in der Branche – das sagt Nutter Benne auch.

00:18:39: Merit Schneider ist, dass in der Schweiz die Tierschutzstandards höher sind als anderen Orts.

00:18:44: Die Stelle immer noch kleiner und die Kontrollen besser usw.

00:18:49: Es ist natürlich in den ganzen Diskussionen immer ein wenig so... dass man gewissermaßen wie das einzelne Huhn und sein Wohl natürlich immer haben muss, aber gleichzeitig auch das ganze System.

00:19:00: Und vermutlich ist einfach das ganze system derartig absurd!

00:19:04: Und riesig.

00:19:06: Ich glaube, man muss das System als Ganzes kritisieren und das Machtschneider ja auch mit ihrem Vorstoß.

00:19:12: Der wurde natürlich hochgehend vom Bundesrat verworfen.

00:19:15: Das darf natürlich nicht sein, dass dieses Huhn nicht mehr zum Einsatz kommen kann.

00:19:20: aber es gibt interessante Bewegungen.

00:19:21: die Mikro hat jetzt angekündigt, dass sie umstellt auf ein Masthybrid-Huhn, das langsamer wächst.

00:19:31: also Mirit Schneider sagt das zu Recht.

00:19:34: Sie haben zwar immer behauptet, es gäbe überhaupt keine Probleme aber jetzt stellen sie trotzdem um.

00:19:40: Ich glaube man kann sich dann am Schluss schon seinen eigenen Reim drauf machen was man da jetzt hält von diesem ganzen System und dieser Aufzucht.

00:19:51: Aber ich glaube man muss es schon als gigantische Industrie auch verstehen.

00:19:57: Eine gigantische Industrie, die unter anderem auch mit dem Argument wirbt gerade gegenüber anderen Fleischsorten.

00:20:03: Dass Hühnerfleisch irgendwie das nachhaltigste Fleisch wäre.

00:20:07: zum Beispiel braucht man pro Kilo Hühnenfleisch dass in den Verkauf kommt viel weniger Futter als beim Rind etwa.

00:20:16: einerseits ist es finanziell gut für die Unternehmungen aber ist da etwas wahres dran an dieser Darstellung?

00:20:22: Ist Hühnnerfleis das nach haltigste?

00:20:25: Ja, vielleicht muss man zuerst einmal noch darauf eingehen warum eigentlich dieser Boom derartig stark ist.

00:20:30: weil dahinter steckt ja schon diese Vorstellung dieses Hühnerfleisch, dieses weiße Fleisch das sei auch besonders gesund.

00:20:40: Das setzte sich auch durch mit dieser Parole fit statt fett die sich dann so nach den ersten Konsumjahrzehnten vor allem in den siebziger Jahren durchgesetzt hat die ja auch in der ganzen Fitnessindustrie zum Ausdruck kommt.

00:20:56: Ich glaube, das ist schon auch sehr wichtig zu verstehen.

00:20:59: Der Labum des Hunes in der Ernährung hat auch sehr viel mit dem Neoliberalismus zu tun – mit dieser Fitnessvorstellung wo man dann eben dieses gesunde Fleisch, wenn Fleisch dann noch weißes Fleisch, eben ist.

00:21:12: und in der Schweiz gibt es auch.

00:21:14: diesen wunderbaren Begriff des Fitness Teller, den sicher alle kennen.

00:21:18: Den man in jeder Byte bestellen kann mit der Pullebrust und dem Salat zusammen.

00:21:24: Also diese Art von Vorstellung.

00:21:26: Und jetzt die Frage wie nachhaltig ist es denn tatsächlich?

00:21:30: Da kann man sagen dass die Meinungen durchaus auseinandergehen.

00:21:34: natürlich eben die Industrie betont das ein deutlich höheren Futter Umsatz hat.

00:21:40: Expertinnen, die kritischer sind, weisen dann aber darauf hin, dass eben das Huhn im Grunde genommen die Nahrung ist, die wir Menschen auch essen könnten.

00:21:49: Im Gegensatz beispielsweise zu Kühen, die ja wiederkäuert sind und Gras essen also der Mais und der Soja

00:21:57: usw.,

00:21:57: dass den Hühnerneben verfüttert wird.

00:22:00: Das könnte man wenn man es jetzt einfach einmal auf einem offenen Tableau sich vorschlägt, das könnte auch anders verwertet werden dem direkt als menschlichen verwendet.

00:22:11: und deshalb spricht man auch von der sogenannten Futterkonkurrenz, also das Hund steht im Grunde genommen in einer Futter-Konkurrence zu Menschen.

00:22:18: Darum ist es nicht nachhaltig gewiss man diese Pflanzen dann in Fleisch zu übersetzen wenn man sie eigentlich direkt essen könnte.

00:22:26: Ja und das erinnere ich so ein bisschen an Debatten zum Beispiel ums E-Auto.

00:22:30: Man sagt sehr viel besser, man hat hier das E-auto ist das nachhaltigste Auto.

00:22:35: und dann zwei Jahre später liest man dass jeder Mensch so lange ein E-Autor haben müsste und sich kein neues kaufen dürfte damit die extrem hohen Energiemengen, die bei der Produktion anfallen wieder ausgeglichen werden.

00:22:48: also es ist wie bei vielen hoch industrialisierten und durchkapitalisierten Systeme.

00:22:54: Es scheint sich hinter jedem möglichen Vorteil auch ein anderer Nachteil zu verbergen, daran hervorkommt wenn man es genau durchsucht.

00:23:02: In dem Sinne Gesicht des globalen Hohens ist das auch eine Geschichte die erzählt dass sobald ein solcher Maßstab erreicht ist, dass dann eigentlich ziemlich unkontrollierbar ist welche Auswirkungen das zum Beispiel auf Umwelt hat.

00:23:16: Ja, ich denke das kann man auf jeden Fall so sagen.

00:23:18: Die Geschichte des globalen Hunes darum erzählt sich finde ich eben doch auch sehr viel über unsere Gegenwart ist vor allem eine Geschichte einer unglaublichen Effizienzsteigerung oder?

00:23:29: Also es ist so dass man eben wenig Futter übersetzen kann zu mehr Fleisch.

00:23:36: Es tut umso eben sie leben nur relativ kurz bis sie dann getötet werden.

00:23:41: Ich meine Hühner würden normal mehrere Jahre leben und das ermöglicht Das ist natürlich auch von Generation zu Generation immer neue Methoden zur Proben.

00:23:50: Also weil die Hühner eben dann so schnell geschlachtet werden, kann man auch dauernd wieder neue Entwicklungsschritte in dieser Produktion berücksichtigen.

00:23:58: und ich glaube das erzählt diese ganze Geschichte und wo hier nun ein Ausweg liegen würde Abgesehen davon, dass man sicher weniger Fleisch konsumieren kann.

00:24:09: Das ist tatsächlich sehr schwierig zu beantworten und vielleicht auch noch um einen Aspekt zu betonen, den wir jetzt nicht so groß behandelt haben.

00:24:17: Es ist so, dass aus der Produktion in der Schweiz ungefähr zwei Drittel der Tiere stammen oder das Pullefleisches stand und ein Drittel wird importiert vor allem auch aus Brasilien, aber auch aus Deutschland und anderen europäischen Staaten.

00:24:37: Und es ist so dass sie im Moment der Anteil des Importes sogar zunimmt.

00:24:42: also das heißt die Nachfrage ist derart groß dass sie das inländische Angebot gar nicht mehr decken kann womit natürlich nochmals mehr Fleisch in die Schweiz kommt von Tieren die unter nochmal anderen Bedingungen leben mussten also von dem her.

00:24:58: Es ist nicht abzusehen, dass dieser Boom stoppt.

00:25:01: Das sagen auch alle die wir befragen konnten und da sieht man ja auch wenn man durch die Supermärkte geht und den immensen Pullekonsum.

00:25:10: es ist vielleicht das noch abschließt natürlich auch so dass das Pullefleisch auch nicht irgendwelchen religiösen Einschränkungen unterliegt also dass es Glaubensgemeinschaften gibt die nicht auf das Pulle Sätzen, das sagt auch Andi Schmal der Geschäftsleiter.

00:25:25: Der Free-Fuck ist sehr schön!

00:25:29: Wenn man das Bullen nimmt dann ist es am einfachsten und gibt keine Diskussionen.

00:25:34: So gesehen kann man auch noch sagen, abgesehen davon dass das Pulle sicher das Fleisch der Fitnessgesellschaft ist so ist es doch auch Ausdrucks würde ich sagen einer vielfältigen Gegenwart in der halt in einer migrantischen Gesellschaft sehr viele Religionen eben zusammenleben.

00:25:54: Und Hühnerfleisch ist vor allem auch billig.

00:25:56: Nicht zuletzt darum wird der Boom anhalten.

00:25:58: – zu diesem Schluss kommt die Geflügelstudie, der Unternehmens- und Strategieberatung Roland Berge.

00:26:06: Sie wurde für Deutschland erstellt im Auftrag des Zentralverbands der deutschen Geflügelwirtschaft.

00:26:11: Geflügelfleisch entwickelt sich zu tragenden Säule der Proteinversorgung Deutschlands.

00:26:16: Die Studie ist eine Aufforderung an die Politik, die Handbremse beim Ausbau der Kapazitäten zu lösen denn der Zugang zur Nahrung könne schnell zum Risiko werden.

00:26:26: Doch auch der wachsende Markt ist nicht risikofrei.

00:26:29: Die OECD sieht das größte Risiko für den Fleischmarkt bei Tierkrankheiten, wo viele Tiere auf engem Raum leben können sich Krankheiten leicht ausbreiten und wo oft Antibiotika eingesetzt werden entstehen leichter multiresistente Keime.

00:26:44: Der Kassensturz und das Konsumentenmagazin K-Tipp wollten es genau wissen, und haben gemeinsam sechzehn Pulebrustfilets im Labor untersuchen lassen.

00:26:53: Einige Importpules sind dem Test durchgefallen.

00:26:56: Laut Kassen Sturz wurden bei Pule Brustfilet aus Ungarn der Niederlanden und Deutschland ESBL Keime gefunden.

00:27:03: Eingekauft wurden die drei Produkte beim Mikro, Denner und Lidl.

00:27:08: Ein Drittel des importierten Geflügels kommt aus Brasilien.

00:27:12: Doch Anfang September hat die EU die Einfuhr von Rindfleisch und Geflügel aus Brasiliens vorerst verboten, und zwar wegen möglichem Einsatz von Antibiotika.

00:27:23: Brasilien hat bisher keine ausreichenden Garantien dafür vorgelegt, dass seine Produkte die EU-Vorgaben zum Antibiotikereinsatz in der Nutztierhaltung erfüllen.

00:27:32: Auch die Schweiz importiert kein Fleisch mehr aus Brasilie.

00:27:36: Diese Risiken sind also keine Zukunftsmusik, sondern die Begleitmusik des aktuellen Chicken Run.

00:27:42: Die beste Lösung?

00:27:43: Das ist angesichts der hochgradig durchindustrialisierten und verflogtenen Lage wohl wirklich die, die Kaspar Sober erwähnt hat – weniger Fleisch konsumieren!

00:27:56: Hörkombinat Politik.

00:27:59: Es kombinierten Elvira Isnering und Dominic Dussack.

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